Samstag, 31. Oktober 2009

Breitbandförderung in Bayern - 2/3 aller Zuschüsse an DTAG



Liebe Leser,

wir haben uns die Mühe gemacht, einmal die veröffentliche Projektliste aus Bayern, in der die dortigen Breitbandförderungen aufgelistet sind, etwas auszuwerten. Das Ergebnis spricht u.E. für sich - wir warten gespannt auf das Ergebnis des Wettbewerbsverletzungsverfahren der EU ...

Sonntag, 27. September 2009

Glück und Glas, wie leicht bricht das ...

Dieser Tage (wie an allen Tagen) finden sich auf meinem Rechner wieder mal jede Menge innovative Nutzenargumentationen für althergebrachte Produkte / Dienste. Und es finden sich ebendort für die eher seltenen innovativen Produkte / Dienste eher altbackene Nutzenargumentationen (in der Regel sogar nicht mal Argumente, sondern hohles Geschwätz).

Gleich mehrere Vögel werden hier getötet / abgeschossen, wenn eine groß angelegte Mailingaktion für die Vermarktung von breitbandigen TK-Produkten eröffnet (und schließt) mit folgender Aussage: „Lieber DSL-Nutzer, auch wenn Sie aktuell mit DSL 6.000 oder sogar DSL 16.000 gut auskommen, wir sind uns doch darüber einig, dass diese Geschwindigkeiten bald überholt sind…“
„Na, jetzt aber los“, denkt der geneigte Media Markt Kunde, und sofort wird VDSL oder gar Glasfaser oder was auch immer eingekauft, am besten gleich im 10 kg-Paket frei Bordsteinkante.

Dies ist nur vordergründig lustig bzw. lustig gemeint: Diese Marktbearbeitung illustriert ein Dilemma, das über die dargestellte beredte inhaltliche und verbale Phantasielosigkeit weit hinausgeht und einen der wichtigsten Wachstumsmärkte lahmlegen könnte: den Markt für Breitbandige Telekommunikationsdienste, die letztlich den Glasfaser-Ausbau in Deutschland finanzieren müssen. Niemand hat offensichtlich das richtige Rezept oder den Mut (d.h. das entsprechende Marketingbudget), um neue Rezepte auszuprobieren und im Zweifel in den Biomüll zu geben.

Die alteingesessene Kupferfraktion versucht naturgemäß, die in der Vergangenheit erfolgreichen Strategien so lange zum Brunnen zu tragen, bis sie brechen: Marginale technologische Aufrüstung der alten Technologie, Wettbewerbsverhinderung (es sei denn, es gelingen Kooperationen zu Lasten der Kunden), sowie aktives Regulierungsmanagement. Im Marketing werden Preisschlachten geschlagen (wenn unvermeidlich), „weiche Faktoren“ optimiert (Image etc.), Wechselhürden aufgebaut etc.

Warum hören wir hier nichts über
  • EU-Dienstleistungsverordnung für jeden Gewerbetreibenden im Lande
  • Symmetrische Bandbreitenanforderungen für datenintensive Planungsbüros / Freiberufler
  • Simultane Nutzung zahlreicher Anwendungen im privaten Haushalt
  • Storage-Anforderungen aufgrund Basel 2, Manager-Haftung etc
  • Online-Behördengänge als wichtigste Anwendung der nächsten 3 – 5 Jahre
  • Standort- / Strukturpolitik der öffentlichen Hand
????

Oder wollen wir am Ende gar kein Glas? Denn: … siehe Überschrift …

Wir freuen uns über Rückmeldungen: kai | helmut (at) seim-partner (dot) de

... und täglich grüßt das Magenta-Tier

Vorweg: Heute ein emotionaler (und damit ggf. von einigen Lesern als unsachlich empfundener) Beitrag, der den Frust reflektiert, den wir in der letzten zeit in einigen Mandaten "gesammelt" haben.


Strategie kann so einfach sein: wenn ich etwas habe, das andere benötigen, dann behalte ich das so lange für mich, wie es irgend geht.
Genauso verhält sich die Deutsche Telekom, wenn es um Informationen geht, die von den übrigen Marktteilnehmern und der öffentlichen Hand gebraucht werden, um endlich Breitband auf´s Land bringen zu können.
Es ist offensichtlich, dass jeder, der Produktionsfaktoren kombinieren will, eine harte „make or buy“ Entscheidung zu treffen hat. Im Falle Infrastruktur heißt die entscheidende Frage: „wo muss ich tatsächlich bauen und wo kann ich für welchen Preis auf bestehende Infrastrukturen zurückgreifen?“
Die öffentliche Hand darf keine Steuergelder verschleudern, indem sie parallel zu vorhandener Infrastruktur Leerrohre legt und ein privater Investor ist allein aus Wirtschaftlichkeitsgründen gezwungen, jede Möglichkeit zu nutzen, Verlegungskosten zu senken.

Alle sind z.B. auf die Kenntnis der Kabelverzweiger-Standorte und deren technischer Beschaffenheit (Dämpfungswerte etc.) angewiesen, sowie auf Informationen zu verfügbaren Glasfaserstrecken zur Erschließung der Kvz, um den Markt insgesamt zu entwickeln.

Telekom weiß das sehr wohl und verhindert derzeit in jedem uns bekannten Projekt mit allerlei Zinnober, dass relevante Informationen das Haus verlassen. Wobei ein Verhindern ja letztlich gar nicht möglich ist. Auch das weiß das Murmeltier. Aber: jeder Tag Verzögerung rettet strukturgegebene Monopolgewinne.
Gerade am Wochenanfang hatten wir eine typische Diskussion mit einem bedauernswertem Gesandten des Königshofs, der uns und die beteiligten Landkreisvertreter mit allerlei lustigem Gehabe und bunten Kaninchen auf PowerPoint verzauberte und darlegte, dass die Kvz-Informationen nur dann die geheiligten Hallen verlassen würden, wenn die Landkreise direkte (bezuschusste) Kooperationen mit Mamma Magenta eingehen würden.

Und wieder wird es so ausgehen wie immer: Nach diversen Eskalationsschreiben (die wir als Standardbriefe gerne weiteren Betroffenen zur Verfügung stellen) und Androhung juristischer Konsequenzen, mit Kopie an Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt, evtl. Bundesregierung, wird ausnahmsweise und ohne Anerkenntnis irgendeiner Verpflichtung, nur aufgrund gesellschaftlicher Verantwortung die DT die Informationen herausmurmeln…

Aber: KP2 verpufft, Wettbewerb stagniert, öffentliche Hand wird vorgeführt, Bürger schicken Briefe, da schneller als T-DSL (Deutschland Soll Leiden - oder besser: Deutschland Sucht Leitungen).

Und jetzt zur ernsteren juristischen Einschätzung dieser Vorgänge: u.E. streift diese Vorgehensweise immer haarscharf am Missbrauch der Wettbewerbsposition vorbei.

Dienstag, 8. September 2009

Gesetzlich verpflichtende Beschleunigung des Breitbandausbaus im Ländlichen Raum initiiert durch Baden-Württemberg

Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg hat am 5. August 2009 eine Bundesratsinitiative zur gesetzlichen Verpflichtung zur Offenlegung der Breitinfrastruktur gestartet.

Das Land Baden-Württemberg bemüht sich seit 3 Jahren, vertreten durch die Landesanstalt für Kommunikation auf Bitten des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum, um die Erstellung eines Glasfaseratlanten Baden-Württemberg. Viele Breitbandinfrastrukturinhaber haben - auf mündliche und schriftliche Bitte – ihre verfügbaren Breitband-Kapazitäten offengelegt. Aktuell ist ein großer Datenbestand vorhanden, jedoch fehlen z.B. die Daten der DTAG, so dass leider keine verwertbare Planungsgrundlage existiert.

Bundesweit (Breitbandstrategie) und auch in anderen Ländern (z.B. Land Schleswig-Holstein) läuft zeitgleich über die Bundesnetzagentur das Vorhaben, Inhaber der Breitband-Infrastrukturen zur Bereitstellung der Daten zu bewegen. Auch hier haben viele Inhaber ihre Daten auf freiwilliger Basis offengelegt, während leider einige sehr große Marktbeteiligte sich bisher enthalten.

Wird der Aufbau der Hochgeschwindigkeitsinfrastrukturen weiterhin verzögert, entstehen unwiederbringliche Nachteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Schaffung einer Glasfaserstruktur entsprechend der Stufe 2 des Konjunkturpakets 2 (75% der Haushalte erhalten bis zum Jahr 2014 Breitband-Kapazitäten von mehr als 50MBit/s) ist aus zeitlichen, kostenorientierten Gründen, sowie die primäre Zuständigkeit der Privatwirtschaft berücksichtigt, nur mit Kenntnis der vorhandenen Infrastruktur möglich. Gemäß der Vorgaben der EU kann die öffentliche Hand nur subsidiär eingreifen.

Die Bundesratsinitiative enthält in ihrem Entschließungsantrag folgende Eckpunkte:

  1. Breitbandinfrastruktur umfasst leitungs- und funkgebundene TK, Leerrohre, freie Glasfasern an Verkehrswegen, Wegeführung der Energieversorgungsnetzen und Strommasten
  2. Kostenlose Bereitstellung in vektorisierter und geodifferenzierter Form nach Aufforderung durch Bundesnetzagentur
  3. Sicherstellung des Zugriffs auf die von BNetzA erstelltem Infrastrukturatlas durch die kommunalen Gebietskörperschaften und landes- und Bundesbehörden.


Das Land BW verfolgt unseres Erachtens mit dieser Initiative im Bundesrat einen guten Weg, weitere Reibungsverluste zu verhindern. Die gemeinsamen Ziele des Bundes, der Länder und Kommunen, den flächendeckenden Infrastrukturatlas mit wichtigen, notwendigen Planungsdaten zu füllen, werden mit diesem gesetzlich verpflichtenden Vorhaben maßgeblich besser erreichbar sein. Aus unseren konkreten Projekterfahrungen können wir nur bestätigen: ohne die Offenlegung von Infrastrukturinformationen ist eine fundierte Netzplanung nicht möglich. Und einige der Marktteilnehmer sind immer noch der Auffassung: "Wissen ist Macht".

Wenn sich jetzt die öffentliche Hand (und hier meinen wir in dem Fall insbesondere den Bund, und dort das BMWi) bewegt, um die offenen Haftungsfragen so zu regeln, dass die (u.E.) legitimen (!) Interessen der Netzbetreiber gewahrt bleiben, wäre ein großer Schritt getan!

Samstag, 4. Juli 2009

Flächendeckender Breitbandausbau in Deutschland - 25.6. Berlin

Am 25.6. hatten wir eine Veranstaltung zum Thema "Flächendeckender Breitbandausbau in Deutschland" in Berlin, Gastgeber war der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Veranstalter waren Beiten Burkhardt und wir (Seim & Partner). Außer das es Spaß gemacht hat, war es auch spannend, zuzuhören (neben dem eigenen Vortrag).

Herr Bürgermeister Doll aus Sasbachwalden hat eindrucksvoll von "seinem" Modellprojekt erzählt. Die Gemeinde wird (beginnend im Herbst) ein eigenes Glasfasernetz realisieren. Im Kernort soll insbesondere durch Verwendung von Abwasserkanälen möglichst "zerstörungsfrei" gebaut werden. Dazu muß man wissen: Sasbachwalden liegt am Westhang des Schwarzwaldes, der Boden ist also nicht nur steinig, sondern felsig (Bodenklasse 6 + 7). In den oberen Höhenlagen will man u.a. mit Freileitungen die dortigen Gebäude anschließen. Derzeit laufen die Planungen für das Projekt.

Herr Dr. Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU, hielt die Keynote. Bemerkenswert waren für uns die prägnanten Hinweise auf den internationalen Standortwettbewerb sowie auf die aktuelle Wirtschaftskrise. Herr Dr. Reck formulierte die These, dass Netze die Teilhabe in einer modernen Gesellschaft und Wirtschaft für Bürger und Unternehmen gewährleisten. Sie wirken aus seiner Sicht stabilisierend auf die Unternehmen, da sie es durch ihre Qualität und Zuverlässigkeit den Unternehmen erlauben, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Dem können wir aus unserer Projekterfahrung nur zustimmen: Unternehmen, die um Konnektivität, um Datenaustausch kämpfen müssen, haben (tlw. massive) Probleme bis zu Umsatzverlusten. Darum ziehen sie weg, wenn der Druck zu groß geworden ist. Aus Sicht von Dr. Reck gilt es, die digitale Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden. Gerade im ländlichen Raum fehle oftmals dieHochgeschwindigkeit. Gleichzeitig schrumpfe die Bevölkerung gerade in den peripheren Räumen, bedingt durch niedrige Geburtenraten und durch Landflucht, gerade der jungen und gut qualifizierten Menschen. Dem müsse dringend etwas entgegen gesetzt werden. Er zitierte eine OECD-Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass Breitbandtechnologie bis 2011 mit einem Drittel zum Produktivitätswachstum beitragen dürfte. Zum gleichen Ergebnis kam bereits 2006 eine Studie des BMWi (unsere Anmerkung dazu: zu politischem Handeln hat diese Erkenntnis aber bisher kaum gereicht).

In der Diskussion über Breitband wird ja oft darüber gestritten, ob Internet nun (auch) zur Daseinsvorsorge gehört oder nicht. Herr Dr. Reck hatte eine u.E. interessante und prägnante Antwort, ausgehend von einer Definition, die uns sehr gefallen hat (und gleichzeitig neu war): Lt. Dr. Reck wurde der Begriff der Daseinsvorsorge von Forsthoff geprägt: Daseinsvorsorge sind lt. Forsthoff Leistungen, auf die der Mensch in einer modernen Gesellschaft angewiesen ist, mit deren Erbringung der Einzelne aber überfordert sei. Diese Definition passt lt. Dr. Reck exakt auf die Gewährleistung einer flächendeckenden Internetversorgung.

Für Dr. Reck ist die Aufgabe, diese Daseinsvorsorge zu gewährleisten, am Besten bei den kommunalen Unternehmen aufgehoben. Auch wenn diese These rollenkonform vorgetragen sein mag: wenn man sich die aktuellen Entwicklungen in Deutschland anschaut (siehe z.B. unsere "Glaskarte D"), so muß mankonstatieren: Dr. Reck's These wird durch die Praxis bestätigt.

Er untermauerte seine These (kommunale Unternehmen als "geborene Internet-Versorger") mit mehreren Argumenten:
  1. kommunale Unternehmen müssen weniger auf Rentabilität achten als normale Telcos. Daher ist der tlw. unrentable Netzbau und -betrieb in der Fläche für sie ein geringeres Problem.
  2. kommunale Versorger können ihre Leitungsnetze kombinieren (konkret reden wir über Mitverlegung) und so die Kosten senken.
  3. komme das Thema "Smart Metering" auf die lokalen Versorger zu. Auch sieht er Synergien mit neuen Netzen.

Er sieht die VKU-Mitgliedsunternehmen als wichtige Akteure im Ausbau der Breitband-Infrastruktur Deutschlands (mit Verweis auf den neu gegründeten Bundesverband Glasfaseranschluss).

Zu den Vorträgen von Dr. Habbel (Dt. Städte- und Gemeindebund) und zu unseren Vorträgen mehr in einem späteren Posting.

FttH und Open Access - macht das Sinn?

Es gibt eine seit längerem intensiv geführte Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Open Access, in der Regel in Verbindung mit der Diskussion über den Bau neuer Glasfasernetze.

Die Verfechter von Open Access haben nach unserer Wahrnehmung in der Vergangenheit sehr oft mit als moralisch "gut" zuverstehenden Argumenten für Open Access geworben. Die Frage, ob Open Access ggf. einfach "nur" betriebswirtschaftlich interessant sein könne, hat bisher kaum jemand gestellt. Wir haben darüber bereits in einer Vielzahl von Projekten nachgedacht. Unser Fazit ist: Open Access benötigt (etwas) weniger Kapital als ein gleiches integriertes Modell und erwirtschaftet mehr freie Mittel (= Liquidität).

Nu hat sich auch einer unserer Bloggerfreunde mit dem Thema beschäftigt und im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit für yankee group einen entsprechenden Report veröffentlicht. Zusammenfassend kann man folgende Thesen festhalten:
  1. Benoit empfiehlt dringend, die Kosten je zu erschließendem Gebäude / Wohnung zu senken. Dabei denkt er mehr über hohe Einmalbeiträge der Kunden nach als über signifikant preiswertere Bauweisen. Hier sehen wir einige Probleme in der Umsetzbarkeit in Deutschland. Prinzipiell aber hat er natürlich Recht: je höher der Einmalbeitrag ausfällt, um so geringer wird der vorzufinanzierende Betrag je erschlossenem Haushalt.
  2. Erhöhung der Beteiligungsquote (mit fast allen Mitteln). Dabei empfiehlt er, wie ein Versorger zu denken statt wie ein Telekom-Unternehmen. Dem kann man nur zustimmen, quasi ohne Nachdenken :-)
  3. Das Netz für Wettbewerber öffnen, denn so erhöht man die Beteiligungsquote. Der monatliche Durchschnittsumsatz sei zwar geringer, aber die operative Marge höher als bei eigener vermarktung (Wegfall vieler betrieblicher Kosten). Auch dies ist eigentlich offensichtlich, stößt aber bei vielen Marktteilnehmern heute auf (für uns) unverständliche Widerstände.

Benoit hat mit seinem Kollegen Wally Swain ein grundlegendes FttH-Rechenmodell entwickelt, das in dem Report auch eingehend erläutert wird. Hier haben wir an mancher Stelle so unsere Kritik - aber letztlich bleibt aus unserer Sicht der Verdienst, die Prinzipien des Open Access nicht nur rein moralisch (transparant, nicht-diskriminierend usw.), sondern hart betriebswirtschaftlich durchgerechnet zu haben. Der Report gibt außerdem einen Eindruck über die betriebswirtschaftliche Sensitivität eines FttH-Netzmodells für die verschiedenen Parameter. Für Interessierte an dem Thema sei auf diesen Link verwiesen, in dem Benoit das Webinar zu dem Thema im Netz veröffentlicht.

Freitag, 19. Juni 2009

Deutschland + USA liegen "hinten"


In der heutigen Abendausgabe des Handelsblatts findet sich eine (eigentlich gar nicht neue) Meldung zum Ranking einiger Länder hinsichtlich Breitbandversorgung. Die Fakten haben sich nicht geändert: D und US sind "hinten", die Südkoreaner + Niederländer (Ja, genau die :-) sind "vorne". Schwerpunkte der Unterversorgung: ländlicher Raum im Süden Deutschlands sowie der Nord-Osten....

Dienstag, 16. Juni 2009

KISA - Breitband für Sachsen

Auch in Sachsen hat man mittlerweile eine neutrale Beratungsstelle für das Thema Breitband aufgesetzt. Sie ist bei der kommunalen IT Sachsen angesiedelt.
Hier der Link zur KISA. Sobald wir mehr wissen, folgt ein Posting.

Open Access

Quelle: NDIX - was wir uns nur fragen: wie kommen die Niederländer zu so netten Witzen, und dann noch auf Deutsch ? Und warum ist es ein französisches Auto, und ohne Anhängerkupplung ?

Montag, 8. Juni 2009

Breitbandförderung in Deutschland - Aufstellung der Antragsstichtage

In unseren Projekten werden wir immer wieder gefragt: "bis wann muß der Antrag fertig sein"? In diesem Posting fassen wir die Stichtage,soweit wir sie haben recherchieren können, kurz zusammen. Bei Frage bitte eine Mail an: blog (at) seim (-) partner (punkt) de.

Generell: die Breitbandrichtlinien der Länder werden aktuell überarbeitet und der neue Auslauftermin wird jeweils Ende 2013 werden.
Förderrichtlinie Bayern:
Richtlinie zur Förderung der Breitbanderschließung in ländlichen Gebieten (Breitbandrichtlinie)
Inkrafttreten der deutlich angehobenen Förderbeträge 29.5.09 außer Kraft 31.12.2010
Antragsfrist: keine, laufend

Niedersachsen
ML (GAK, in Überarbeitung):
Gegenstand der Förderung 2.1 Antragsfrist: jederzeit/laufend
Gegenstand der Förderung 2.2 und 2.3. Antragsfrist: 29. Mai .2009
ZuInvG: (Konj. II) Zeitraum 2009 bis 2011, noch nicht notifiziert, da Nachbesserungen , erwartet werden für den Wettbewerb, vorläufige Antragsfristen:
1. Tranche August 2009, 2. Tranche 6 Wochen später
MW: Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung breitbandiger elektronischer Kommunikation (Breitbandförderung Niedersachsen, EFRE) (Erhöhung der Förderung auf 90%; Notifizierung läuft, Termin Ende Juni), Antragsfrist: laufend

Baden-Württemberg:

Staatliche Beihilfe Nr. N 570/2007 – Deutschland außer Kraft 31.12.2012
ELR Bekanntmachung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum über die Ausschreibung der Sonderlinie "Breitbandinfrastruktur Ländlicher Raum für das Jahresprogramm 2009, Antragsfristen in 2009:
1. Tranche bis zum 30. Juni,
2. Tranche bis zum 30. Oktober.

Nordrhein-Westfalen:
RWP Infrastruktur (Gewerbegebiete) 1.1.2009 bis 31.12.2013, Antragsfrist: laufend
Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Breitbandversorgung ländlicher Räume, RdErl. des MUNLV, II-6-0228.22900 vom 15.8.2008
Antragsfrist: keine, laufend

Schleswig-Holstein:
Richtlinie zur Förderung von Projekten zur flächendecken Versorung des Landes mit schneller Internetzugangsmöglichkeit – Breitbandrichtlinie - Antragsfrist: keine, laufende Antragsstellung
Entwicklung neuer Richtlinie, die im August notifiziert sein sollte; Überblick Ende Juni zu erwarten Zusammenlegung mit Konjunkturpaket II Förderung

Rheinland-Pfalz:
Leerrohrförderung (Konj. II): 19.Mai 2009
Breitbandrichtlinie GAK: Antragsfrist: keine, laufende Antragsstellung

Hessen:
Förderleitfaden Breitbandversorgung ländlicher Räume
Antragsfrist: keine, aber asap (Fördermittel begrenzt, einige Gemeinden sind schon im Verfahren)

Freitag, 29. Mai 2009

Kurzbericht zum VATM Tele-Kompass Berlin-Mitte, am 12. Mai 2009

Heute tragen wir etwas von unseren "Blogging-Schulden" ab. Mit Schuld hat einer unserer Leser, der heute unsere FttH-Studie geordert hat. Da merken wir, dass wir nicht "in's Leere" schreiben. Danke!

Thema des heutigen Postings ist eine Veranstaltung des VATM zu „Open-Access-Modell für Deutschland, Wettbewerb schafft nachhaltige Investitionen in moderne Breitbandnetze“

In der Keynote motivierte Hr. Eickers (VATM-Präsident) das Open-Access-Modell als Gegenpol zur Monopolrendite, als Mittel zur Kooperation in der Breitbandinfrastruktur und zur Verteilung der nötigen Investitionen mit mehr als 50% für die Wettbewerber.

Das Modell umfasst u.a. folgende Thesen zum Investitions- und Zugangskonzept:

  • Gemeinsamer KVz-Ausbau mit entsprechender Dimensionierung durch Kostenteilung;
  • Orientierung der Ausbauregeln an den Erkenntnissen aus dem HVT-Umfeld;
  • Festschreibung des Anspruchs auf Platz im KVz, wenn er vorhanden ist;
  • Anteilige Beteiligung an den ursprünglichen Investitionen (Rückvergütung der Baukosten KVz);
  • Möglichkeiten zur Reservierung von Platz im KVz;
  • Möglichkeit der zeitlichen Entkopplung der Investitionen einzelner Teilnehmer;
  • Transparenz hinsichtlich Belegung und Reservierung in einem KVz;
  • bedarfsgerechte, volumenbezogene Kostenteilung der Leerrohrverlegung;
  • CAPEX-basierte Struktur (nicht Mieter, sondern Miteigentümer) der Infrastruktur;
  • Zielvorstellung: Zügiger Abbau der HVT und Migration der HVT durch die DTAG
  • Voraussetzung: Bitstrom-Zugang zur Infrastruktur
  • Kolokation von KVz, Leerrohrkataster Verfügbarkeit, GF-Zugänge
  • DTAG ist gefordert, die 73 Zugänge auf 900 Metronots auszubauen

Tagesspiegel-Moderator Hr. Zurheide bat die Teilnehmer der Podiumsdiskussion um Stellungnahmen zur Machbarkeit des Vorgehens. Einige Aussagen waren folgende: Hr. Kurth (Präsident BNetzA)

Beirat hat am 11.5.09 entschieden:

  • Förderung von Kooperationsprojekten,
  • Bereitstellung eines Leerrohrkatasters,
  • Gründung eines NGA-Forums, dessen Mitglieder aktuell besetzt werden.
  • Kritik am geringen Erfolg des VDSL
  • zentrale Schaltverteiler in den Dörfern müssen geöffnet werden
  • Leerrohre sind offen für den Wettbewerb, es gibt keine Entscheidung zum Preis

Aussagen von Hr. Dr. Schuhseil (BMWi):

  • BMWi ist zuständig für den Schutz des Wettbewerbs;
  • Es bedarf der Regulierung für die Umsetzung des langfristigen Ziels der Bundesregierung zum Breitbandnetzt (flächendeckendes Breitband bis Ende 2014);
  • im Gegensatz zum Geschäftsmodell im alten Kupfernetz fehlt aktuell vor allem „jemand, der investiert“;

Hr. Schwarz (Alcatel) - Leiter der AG2 der D21-Initiative (Finanzierung / Kooperation bei NGA-Netz-Aufbau):

  • „Es geht voran, aber aktuell geht jeder allein“
  • Es gibt eine AG 2 für das neue Breitband in Vorbereitung für den IT-Gipfel 4;
  • Kooperationen werden erarbeitet.

Hr. Stöber (Arcor, VATM):

  • aktuelles Marktgeschehen ist „eher Zeit schinden“
  • das Aufholen des Vorsprungs der DTAG in den 51 VDSL-Städten wird für alle Wettbewerber sehr schwer sein;
  • „Äußerung einer eher pessimistischen Prognose: ihm fehlt die Bereitschaft im Markt zu glauben, dass Breitband mit Open Access das Zukunftsmodell der TK ist; DTAG ist zurückhaltend, Kabelnetzbetreiber preschen allein immer erfolgreicher vor, werden nicht reguliert“;
  • einziges positives Kooperationsprojekt ist ARCOR/DTAG in Heilbronn-Würzburg mit DTAG-Leerrohren und eigenen KVz von ARCOR.;
  • „Cashflow-Planung der DTAG bedingt aktuell den Breitbandausbau in Deutschland“.

Anmerkungen im Laufe des Diskussion aus dem Publikum:

  • Investitionssharing umstritten (s. SWISSCOM, die das Modell z.T. zurückziehen)
  • Open ACCESS wird als Bottleneck-Regulierung verstanden
  • keine Festlegung auf eine Infrastrukturtechnologie
  • „Aufruf zum Schwingen der Keule“

Nach diesen eher einzelnen Aussagen und einem vielversprechenden Warmwerden für Diskussion, war die Zeit in der großen Runde der ca. 100 Teilnehmer leider abgelaufen. Das Publikum war mit Entscheidern der Branchen besetzt und hätte sicherlich gemeinsam mit dem Podium weiterdiskutiert.

Für die nächste Veranstaltung wagen wir die bescheidene Anmerkung: mehr Zeit und Raum für Diskussion öffnen - die Bereitschaft wäre an dem Abend da gewesen.

Montag, 25. Mai 2009

Hinweis in eigene Sache: FttH-Studie kann bestellt werden!

Liebe Leser,
nach langer Zeit einmal wieder ein Lebenszeichen. Wir sind in den letzten zwei Monaten so in Projekten abgetaucht, dass wir nicht mehr zum bloggen kamen, dabei gäbe es einiges zu berichten:
  • Die Initiative D21 arbeitet an Kooperationsmodellen f.d. Breitbandausbau
  • der VATM hat sich zu Open Access Modellen geäußert
  • die EU-Kommission (Wettbewerbskommissariat) hat ein Papier erstellt, in dem sie die Rahmenbedingungen für öffentlich geförderte Breitband-Projekte zu definieren sucht (als Draft for consultation, so unser Verständnis)
  • die EU-Kommission bittet (zur Entscheidung, ob ein Wettbewerbsverfahren gegen die Bundesrepublik eröffnet werden soll) um Stellungnahme zu öffentlich geförderten Breitbandprojekten mit der DTAG (insges. 400 Stk) aus Anlaß einer offiziellen Beschwerde eines einzelnen Unternehmens aus dem äußersten Westen der Republik

All das wollen wir - so weit möglich - nachholen.

Heute aber wollen wir darauf hinweisen, dass wir unsere FttH-Studie fertiggestellt haben. Sie ist derzeit im Druck. Unser Motto dabei ist:

„Jeder spricht darüber, aber wer tut es?“

Zumindest für die Bemühungen in Deutschland, Glasfaserinfrastrukturen bis in die Gebäude zu verlegen, konnte diese Frage lange Zeit nicht beantwortet werden. Um diesem Erkenntnisnotstand abzuhelfen, haben wir in den letzten Monaten eine umfassende Untersuchung in Deutschland durchgeführt mit dem Ziel, eine Übersicht über die aktuellen Glasfaserprojekte zwischen Hamburg und München zu liefern.

Das Ergebnis der Studie "Fibre in Germany, Fibre Infrastructures for Access Networks - An Overview" zeigt den ersten kompletten Überblick über die aktuellen lokalen Glasfaserprojekte (2009).

Dabei werden alle bekannten Projekte einzeln beschrieben, es wird die Größe der Projekte (in Investitionskosten sowie in Anzahl der angeschlossenen Häuser/Gebäude) dargestellt, sowie – soweit verfügbar – Fördermittel und Penetrationsraten. Obwohl nur wenige Informationen öffentlich verfügbar waren, vermittelt die Studie einen interessanten Einblick in diesen noch jungen, aber dynamisch wachsenden Markt: So kön­nen keine Patentrezepte abgeleitet werden; jedes Projekt unterliegt völlig unterschied­li­chen Entscheidungssituationen: die Preise pro angeschlossenem Haushalt differieren, die Preismodelle sind ebenso individuell wie die ökonomischen und politischen Strategien. Die Studie kann gegen Zahlung einer Schutzgebühr (49,90 €) angefordert werden bei:
Seim & Partner, Beratung für Telekommunikation und IT kai (at) seim-partner (dot) de.

Donnerstag, 12. März 2009

Gedanken zur Finanzkrise

Heute hat uns ein Freund einen netten Business Case zugeschickt, den wir nicht für uns behalten wollen. Gerade in Zeiten wie diesen braucht's das, was man hat, wenn man TROTZDEM lacht :-)

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 € in die Aktien der Commerzbank investiert hat, musste sich 18 Monate lang über fallende Kurse ärgern und hat heute noch 215,28 € übrig.

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 € in Bier investiert hat, konnte:
- 18 Monate lang jede Woche einen Kasten genießen
- war ständig heiter
- hatte viel Spaß
- hat den Regenwald gerettet
- und hat heute noch ...

(Achtung jetzt kommt´s) ...

... Leergut im Wert von 223,20 € !!!

Montag, 2. März 2009

Flächendeckender Breitbandausbau in Deutschland

Heute erlauben wir uns einen Hinweis in eigener Sache: am 2. April veranstalten wir gemeinsam mit der Kanzlei Beiten Burkhardt eine Veranstaltung zum flächendeckenden Breitband-Ausbau in Deutschland. Dabei diskutieren wir die technischen, strukturellen und rechtlichen Aspekte eines forcierten Ausbaus in der Fläche, insbesondere im ländlichen Raum.

Unsere Freunde von Beiten Burkhardt beleuchten die rechtlichen Aspekte (Vergaberecht, Förder-/Beihilferecht, Regulierung). Wir sprechen über den Dreiklang Planen, Bauen und Betreiben von Breitband-Infrastrukturen. Wie macht man eine Bedarfsanalyse? Wie entsteht eine Umsatz- und Kostenplanung? Welche Techniken setzt man ein? Wie organisiert man das Ganze und mit welchem Geschäftsmodell?

Aber es gibt nicht nur Theorie. Weitere Referenten sind Herr Valentin Doll, Bürgermeister Sasbachwalden. Er berichtet von seinem Projekt in Sasbachwalden, einem Modellprojekt des Landes Baden-Württemberg. Herr Dr. Wiesch, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Rheinland-Pfalz und Leiter der Bund/Länder-Arbeitsgruppe zum Thema Breitband wird seine Sicht auf das Thema zur verfügung stellen. Herr Reck, geschäftsführendes Präsidialmitglied des VKU (Verbands kommunaler Unternehmen) wird die ganze Veranstaltung einleiten und auf das Thema einstimmen.

Wir hoffen auf regen Zuspruch. Bei Interesse folgen Sie dem obigen Link für Programm und Anmeldung oder schreiben eine Mail an blog (at) unsernetz-punkt-de.

Dienstag, 17. Februar 2009

Verschrottungsprämie f. Analoge Telefonie!!!!

Wir haben ja vor einige Zeit überlegt, wie ein fahrbares Internet aussehen könnte, um durch die sicherlich sehr zahlreichen Synergien von Breitband und für uns schwer nachvollziehbarer Förderung der Automobilindustrie von den immensen Fördergeldern mit profitieren zu können (natürlich nur und ausschließlich zum Nutzen und Frommen des Guten und deutschen Wirtschaft).

Heute wissen wir - und geben das auch öffentlich zu (wir sind mutig!), dass dieser Ansatz natürlich unsinnig und fehlgeleitet war. Aber! Wir haben eine neue, viel progessivere Idee, befeuert durch KP2 (Konjunkturpaket2) und unsere Kanzlerin:

Wir fordern eine Verschrottungsprämie! Und zwwar für analoge Telefonie. Gegenstand sind alte Telefongeräte (inkl. ISDN) und - jetzt kommt's: alte PSTN-Switche (gute alte EWSDoras, System 12, Axen usw.). Auf den Müllhaufen der Geschichte, was seit mehr als 9 Jahren dafür sorgt, dass manTelefonieren kann. Taugt in der neuen Breitbandigen Welt eh nx mehr so recht. Kauf gute Softswitche, IP-Telefone usw.

Diese Gerätschaften kommen z.B. aus den USA, Frankreich oder auch China (auch wenn wir selber von den H..... und Z.. (bitte Punkte zählen :-) nicht so überzeugt sind. damit würden wir als BRD einiges davon zurückgeben können, was uns die Amerikaner als Exportweltmeister in den letzten jahren so abgekauft haben.

Wir sind offen für weitere Vorschläge.

Übrigens: als kleinerer deutscher Mittelständler haben wir nicht unseren Betriebsrat vorgeschickt, um mal bei der Politik "anzuklopfen" - nein - wir sind nicht Opel/GM.

Auch das mußte heute gesagt werden - der Tag ist sonst noch schwerer auszuhalten. Und allen deutschen Ministerpräsidenten wünschen wir viel Spaß in den USA - guter kalifornischer Rotwein und leckere Steacks gab's bestimmt noch dazu heute abend.

Freitag, 13. Februar 2009

EWZ - Zürinet

Jacques Rocbadey als CTO von Zürinet stellte sein Projekt vor. Im Frühjahr 2007 entschied sich die Bevölkerung von Zürich in einer Volksabstimmung für den Bau eines eigenen (von Swisscom unabhängigen) FttH-Netzes und gab dafür ein Darlehen über SFR 200 Mio. frei. Die Zustimmung erfolgte mit 65% Ja-Stimmen (beeindruckend, od'r :-). Damsl, so M. Rocbadey, gab es drei Argumente seitens Swisscom gegen ein FttH-Netz (die einem in D bekannt vorkommen):
  1. es gibt ein VDSL-Netz - das reiche doch aus (unabh. von den nvielen operativen Problemen)
  2. es gebe keine Anwendung, die die verfügbare Bandbreite bei FttH überhaupt benötige (als ob man ein neues Netz auf die Bedürfnisse von heute, und nicht von MORGEN auslegen würde)
  3. Stromfirmen (wie die EnergieWerkeZürich - EWZ es sind) haben keine Ahnung von Netzen (gefährliche Argumentation aus unserer Sicht - siehe in D z.B. EWE)

Derzeit, so M. Rocbadey, gebe es in der Schweiz eine große Diskussion über Breitbandnetze und insbes. über FttH. So sei erst vor wenigen Tagen (letzten Sonntag) in St. Gallen eine Volksabstimmung über den Bau eines FttH-Netzes mit 82% Zustimmung ausgegangen. Hier wird dman dem Beispiel Zürich also folgen.

Das Geschäftsmodell bei Zürinet sei OpenAccess. Eine vertikale Integration sei nicht gewünscht. Konkret wird in Zürich eine P2p-Architektur realisiert, auf der Carrier Ethernet als L2 VPN realisiert wird. Oder anders: die Service-Provider bekommen einen definierten Bitstream-Access zum Endkunden, aber keine nackte Faser, wie z.B. in den Niederlanden vom Regulierer geplant. EWZ selbst hälte keine Endkundenbeziehungen - diese sind den Serviceprovidern vorbehalten. Der Umsatzstrom verläuft vom Endkunden über den Serviceprovider zu EWZ.

Leider gab es wenig Detail zu Finanzierung, zum Planungs- und Baufortschritt oder zur Vergabepraxis. Aber generell zeigt das Projekt: politischen Willen vorausgesetzt, sind auch größere Infrastrukturen realisierbar, wenn sich der Incumbent nicht bewegt. Auf die wartet in den meisten Ländern niemand mehr.

FttH - lokale Projekte La Manche

Philippe Le Grand, Leiter des Breitband-Projektes La Manche Numérique, einem ländlichen Départment in Frankreich an der Atlantikküste stellte das Breitband-Projekt von la Manche vor. In La Manche leben 500.000 Einwohner auf ca. 5.000 km². Das Projekt wurde 2004 gegründet, um die digitale Trennung (digital divide) zu überwinden. Mittlerweile wurden 1.500 km Backbone im Départment realisiert. In einem ersten Schritt wurden so mittlerweile 95% der DSL-Verbindungen entbündelt (mit ADSL2+). Außerdem wurde ein WLAN-Netz realisiert mit über 200 Stationen. Die deutliche Aussage von M. Le Grand: Funk sei keine Lösung, da die Bandbreite auf Dauer zu gering ausfällt und die nötige betriebliche Verfügbarkeit zu gering ausfalle.
In ganz Frankreich entstehen seit 2003/2004 im Rahmen von PPP-Strukturen öffentlich geförderte Breitband-Infrastrukturen. Insgesamt fließen / flossen in diese Projekte 1 Mrd. € an öffentlichen Investitionen und 1 weitere Mrd. € an privaten Investitionen. In La Manche selbst wurden 24 Mio. € öffentliche Mittel und 75 Mio. € an privaten Mitteln investiert. Auf dem Netz in La manche sind mittlerweile 10 ISP's aktiv, die ihre Dienste den Endkunden anbieten. 15% der Einwohner haben mittlerweile de Möglichkeit, FttH-Dienste zu erhalten, sowie 25% der Gewerbebetriebe (bei insgesamt 1.400 km Netz). Herr Le Grand schildert als positive Effekte:
  • Zunahme des Wettbewerbs bzgl. Infrastruktur
  • aber insbesondere auf der Dienstebene

Seines Erachtens wird die Zahl der FttH-Projekte in Frankreich in den nächsten zwei Jahren stark zunehmen. Für La Manche sei das Ziel, 33% der Haushalte bis 2013 an FttH-Netze anzubinden. Heute seien es 15% oder 25.000 Haushalte. Folgende Ausbauschritte seien geplant:

  • 40.000 Haushalte in Städten > 5.000 Einwohner
  • 15.000 Haushalte im Ländlichen Raum
  • 5.000 Haushalte in speziellen schwer zugänglichen Gegenden des Ländliche Raums

Die mit Hilfe öffentlicher Mittel realisierte Netzinfrastruktur sei im Besitz der öffentlichen Hand, so daß die Kontrolle über die Infrastruktur-Entwicklung gegeben sei.

Einige Bemerkungen unsererseits:

  • Beeindruckend ist die Höhe der Mittel, die der Staat Frankreich in die Entwicklung der TK-Infrastruktur steckt, insbesondere im Ländlichen Raum (denn die Investitionen in den Ballungsräumen werden rein privat getätigt).
  • Wenn man z.B. den Mitteleinsatz in La Manche allein mit dem Mitteleinsatz in deutschen Bundesländern vergleicht, so wird u.E. sehr klar, warum Frankreich einen so großen Vorsprung in der Entwicklung der Netze hat.
  • Außerdem ist es immer wiede überraschend, welche Programme eine EU-Notifizierung erhalten - vor allem wenn man das mit den Problemen in Bezug setzt, die die deutschen Entwicklungsprogramme für den Ländlichen Raum haben, wenn es z.B. um die Akzeptanz von Bandbreitenvorgaben etc. geht.

FttH – Diensteentwicklung

Benoit Felten (Kopf der Fiberevolution-Gruppe) von Yankee Group stellte eine Studie vor, in der er die Dienstentwicklung verschiedener Carrier untersuchte (insgesamt 20). Er unterscheidet dabei drei verschiedene Ansätze:
1. Breitband-Versorger (als Ergänzung zum bestehenden Geschäftsmodell als Versorger)
2. Expand und cash in (als opportunistischer Ansatz alternativer Netzbetreiber) und
3. keep it premium (als bevorzugter Ansatz der Ex-Monopolisten ~ Incumbents)

Der Versorgeransatz zielt dabei insbesondere auf hohe Penetrationsraten – der Premiumansatz zielt insbesondere auf einen höheren ARPU.

Ein wichtiges Fazit seiner Untersuchung ist, dass der ARPU ca. 30% höher ist bei FttH-Netzen, verglichen mit DSL-Netzen (auch bestätigt heute durch einen Vortrag der KPN, die in FttH-Netzen einen weit höheren ARPU (58,- €/ Monat) erzielt, als in DSL-Netzen (35,- € / Monat). Auch ist der Ansicht, dass bisher viel zu wenig über Geschäftskunden-Dienste nachgedacht wird. Der Markt der kleinen Unternehmen und Heimarbeiter sei seines Erachtens ein stark vernachlässigtes, aber hoch attraktives Segment („low hanging fruits“).

FttH – moralisch gute Technik?

Der nächste Beitrag behandelte die (erhofft positiven) sozio-ökonomischen Einflüsse von FttH auf Basis einer Ovum-Studie. Das FttH-Council wollte wissen, ob und wenn ja welche positiven Einflüsse FttH-Netze auf die sozio-ökonomische Situation in der jeweiligen Gegend hat. Das Ergebnis hat uns leider nicht überzeugt. Natürlich sind Effekte wie Kostensenkung und höhere Geschwindigkeiten nachweisbar – und damit ist ein höherer Kundennutzen ableitbar. Aber direkte positive Einflüsse konnten nicht festgestellt werden – u.E. auch aufgrund der Vorgehensweise der Studie. Letztlich sind alle untersuchten Dienste auch mit anderen Breitband-Technologien möglich.

Interessant wiederum war die Aussage, dass einer Gemeinde im ländlichen Raum nach der Realisierung des neuen Netzes die Bevölkerung wieder anfing zu wachsen (+ 7%); und dass sich neue Gewerbebetriebe ansiedelten (+ 6 – 14%).

Auch wenn ein Kommentar hier "pro domo" verstanden werden kann, wollen wir nicht verschweigen, dass uns der OVUM-Ansatz nicht überzeugt hat. Es fehlte u.E. (bzw. war nicht erkennbar) die statistische Grundlagenarbeit. Wir wären interessiert gewesen, von der Soziographie her vergleichbare Gemeinden mit und ohne FttH-Versorgung verglichen zu sehen. Wir waren gespannt auf Untersuchungen zum volkswirtschaftlichen Beitrag von FttH-Netzen etc. Nichts von alle dem. Aber bevor wir harte Kritik formulieren, versuchen wir die Studie und ihren Ansatz besser zu verstehen und machen ggf. einen neuen Vorschlag :-)

FttH – Vergleich EU, Mittlerer Osten und Afrika

In einem weiteren Agendapunkt ging es um den Status von FttH in Europa und im mittleren Osten (speziell Dubai). Richard Jones berichtete (ein wenig) von seinen Erfahrungen in Dubai. Und in bekannt prononcierter Form nannte er fünf Punkte, auf die man seines Erachtens jedes Projekt zurück führen könne:
  • (Verlege-) Kosten je zu erschließendem Meter
  • zu erschließende Meter je Gebäude / Haushalt
  • Kosten für IP-Transit
  • Penetrationsrate
  • ARPU

Wir würden die Kosten für IP-Transit noch um Terminierungskosten für Sprache erweitern, da das zumindest nach unserer Erfahrung ein weiterer Kostentreiber, vor allem für kleine Netze, ist. Was wir der Leserschaft nicht verheimlichen wollen, sind seine Angaben zu IP-Transitkosten im internationalen Vergleich, sowie seine Angaben zu der jeweils zu erschließenden Meterzahl und deren Rückwirkungen auf den ARPU-Bedarf.


Wenn man die Zahlen sieht, hat man zumindest einen Moment der Bescheidenheit und des Bedauerns. Und wenn man diese Zahlen reflektiert vor dem Hintergrund der Vision einiger Redner auf der Konferenz (z.B. Don Tapscott als Keynote-Speaker des ersten Tages oder M. Baumgart am zweiten Tag), dass JEDER Weltbürger Breitband-Anschluss haben sollte, dann ist klar, dass es dorthin noch ein sehr langer Weg ist.

FttH in EMEA – ein Überblick über Geschäftsmodelle und Diensteentwicklung

In einer Nachmittagssession am Mittwoch war der Vergleich verschiedener Geschäftsmodelle und Dienste einerseits Thema der Diskussion sowie die Frage, ob und wenn ja welchen positiven Einfluß FttH-Netze auf das soziale, bzw. ökonomische Leben haben. Unseres Erachtens wurden in dieser Session versucht, Themen miteinander in Bezug zu bringen, die nicht unbedingt in einem inhaltlichen Zusammenhang sind - mindestens nicht in einem zwingenden Zusammenhang.
Insgesamt war für uns das Wichtigste: FttH-Netze haben im Vergleich einen um über 30% höheren ARPU als DSL-Netze. Und das ist doch positiv für jeden Business Case :-)

Fazit des Agendapunktes „Öffentliche Förderprogramme"

Die Schwerpunkte sind je Land (wen überrascht das aber?) unterschiedlich.
Aber alle (bis auf Singapur) haben die Überwindung des „digital divide“ in unterschiedlicher Schärfe als gemeinsames Thema. Und allen geht es darum, sich im – als bevorstehend wahrgenommenen – Wettbewerb der Standorte eine gute Position zu erhalten, bzw. zu erarbeiten.
Übertragen auf Deutschland kann man feststellen, dass die Politik hierzulande (bis auf Ausnahmen) diese Qualität der Erkenntnis und auch Operationalisierung noch lange nicht erreicht hat. Damit beziehen wir uns weniger auf die Kommunale und Länder-Ebene, sondern vielmehr auf die Bundesebene – insbesondere auf das eigentlich verantwortliche Wirtschaftsministerium. Aber der „Neue“ hat ja neue Möglichkeiten zu entscheiden.

Finnland – Breitband regional organisiert

Einige Grunddaten: auf 338.000 finnischen km² leben 5,2 Mio. Finnen (d.h. 15 Einw. / km²).

Aufgrund der hohen Mobilpenetration haben viele Finnen ihren alten Telefonanschluß abgemeldet (Dank Nokia :-). Derzeit nur noch ca. 20% Penetration f. POTS/ISDN – 80% Penetration f. Breitbanddienste.
Da die Wartungsaufwände f. d. alte Kupfernetz nicht mehr im Verhältnis zur Nutzung stehen, gibt es Überlegungen, dieses abzuschalten.
Teil der nationalen Politik ist, dass regionale Konzepte erarbeitet werden. Dieser Prozeß läuft: die 18 finnischen Regionen erarbeiten derzeit ihre jeweilige Breitband-Strategie – abgestimmt mit dem nationalen Regulierer.
Ein anderer Aspekt der nationalen TK-Strategie ist das Thema Breitband als Universaldienst:
  • Für 2010 ist geplant, 1 Mbps als Universal Service Obligation (USO) festzuschreiben – und zwar ohne Förderung.
  • Für 2015 wurde das Ziel gesetzt, 100 Mbps f. alle zu realisieren. Dabei ist für die „letzten“ 5% (~ 150.000 Haushalte) öffentliche Förderung geplant.

Das Konzept sieht eine Förderung ländlichen Infrastrukturen vor, in der die Infrastruktur gefördert wird in der Zuführung zu den Gebäuden bis zu den letzten zwei Kilometern. Diese letzten 2 km wiederum sind von der Förderung ausgeschlossen, da diese Entfernung als „üblich“ angesehen wird.
Dabei muß der jeweilige Betreiber 1/3 der Investition tragen, der Staat Finnland trägt ein weiteres 1/3 und die Gemeinden sowie EU tragen das letzte 1/3. Insgesamt geht man derzeit von 66 Mio. € an Fördermitteln aus. Die Förderung wird durch den Regulierer ausgezahlt und in ihrer Verwendung später auch kontrolliert.

Leerrohre sind dabei bereits heute Teil der öffentlichen Planung bei Straßen, Wasser/Abwasser und Strom. Außerdem wird zur Versorgung der dünn besiedelten Fläche an die Nutzung freiwerdender Funkfrequenzen für Wireless Broadband gedacht (so genannte „digitale Dividende“) zwischen 792 und 860 MHz.

In den ersten Regionen sind aufgrund der regionalen Konzepte erste FttH-Projekte im Gang.

Fazit aus unserer Sicht: hier scheint ein Kerngedanke die Förderung der zusätzlich zu überwindenden Distanz zwischen Central Office und Endkunde zu sein. Die geförderte Summe beläuft sich, wenn man die genannten Zahlen miteinander in Bezug setzt, auf 440,- € je geförderter Endkunden-Verbindung. In Unkenntnis der örtlichen Verhältnisse verbietet sich ein vorschneller Kommentar. Wenn einer unserer Leser weitere Hintergründe kennt: wir freuen uns über Mail!

Donnerstag, 12. Februar 2009

Singapur – nationale Netzbesitzgesellschaft baut flächendeckendes GF-Netz

Der Vortrag von Herrn Khoong, stv. Chef der singapurischen Infrastruktur- und Dienstentwicklungsgesellschaft, hat mich am meisten beeindruckt am gestrigen Tag.
Singapur sieht das Thema GF-Netz eindeutig im Kontext des globalen Standortwettbewerbs und verfolgt das Ziel, die weltweit wettbewerbsfähigste ICT-Industrie zu haben, deren Fortschritt die Transformation der anderen industriellen und Dienstleistungssektoren treibt.

Der Ansatz in Singapur ist eindeutig makroökonomisch begründet.

Grundkonzept ist auch hier Open Access, realisiert über strukturelle und operative Separierung. Eine NetCo baut und besitzt das Netz, eine OpCo betreibt es, Serviceproviders können darauf ihre Dienste anbieten.

Ende 2007 (11.12.07) wurde der Aufbau der sog. NetCo ausgeschrieben. Die Ausschreibung dafür lief mehr als fünf Monate (5.5.08) und wurde innerh. kurzer Zeit (26.9.08) entschieden. Die Ausschreibung gewann ein Konsortium aus folgenden Firmen: Axia (30%), Singtel (30 % - der ehem. Incumbent), SPH (25%) und SPT (15%). Die NetCo wurde dabei mit 750 Mio. S$ (~500 Mio. US$) gefördert.

Die OpCo, die das Netz später betreiben soll, wurde am 7.4.08 ausgeschrieben (bis zum 5.12.08). Die Vergabeentscheidung ist für dieses Quartal beplant. Dabei geht es um weitere 250 Mio. S$ (~170 Mio. US$).

Auf die Frage, was bei dem Projekt bisher das größte Hindernis war, sagte Herr Khoong, dass seiner Ansicht nach die Diskussionen mit dem ehem. Monopolisten SingTel über die Öffnung seiner Ducts, Schächte etc. die schwierigste Diskussion gewesen sei, da SingTel das ganze Vorhaben erst als feindlichen Akt angesehen habe. Erst nach langen Diskussioen (über ein Jahr) hätte ein Umdenken eingesetzt und SingTel habe sich letztlich (und dann sogar erfolgreich) an der Ausschreibung beteiligt.

Fazit für ihn: Leerrohrsysteme, Schächte und Verteilkästen seien „Kronjuwelen“. Dem ist nichts hinzu zufügen.

Griechenland – Nationaler GF-Ausbau in Planung

Griechenland plant eine nationale Initiative für den Aufbau eines landesweiten GF-Netzes.
Das Netz soll ca. 2 Mio. Haushalte umfassen (sogenannte „homes passed“) in Athen, Thessaloniki und 50 weiteren Städten – verteilt über das ganze Land (inkl. Kreta und andere Inseln).
Das Projekt ist derzeit in Abstimmung mit dem Wettbewerbskommissariat der EU. Der Plan sieht Investitionen von insges. 2,1 Mrd. € vor. Ein Drittel davon (~ 700 Mio. €) will Griechenland als Fördersumme in das Projekt investieren. Dabei sind drei EU-weite Ausschreibungen geplant, auf die Konsortien Angebote abgeben können. Diese Konsortien sollen dann als Infrastruktur-Provider das Netz realisieren.
Sie müssen sich verpflichten, das Netz in Form eines Open Access Geschäftsmodells zu öffnen. Vorgesehen ist ein passives optisches Punkt-zu-Punkt-Netz. Damit soll sicher gestellt werden, dass die Netztopologie keine impliziten Vorgaben für die aktive Technik (Ethernet oder GPON etc.) macht und die Netzbetreiber später frei in der Technikwahl sind. (Uns erscheint das als teurer Ansatz, der aber viele technische Möglichkeiten bietet)
Die Vertragsdauer für die geplante PPP-Lösung beträgt 30 Jahre, die Aufbauzeit beträgt max. 7 Jahre, wobei die Zahlungen staatlicherseits an Performance-Indikatoren geknüpft sind, wie Anzahl der erschlossenen Gebäude etc.

Ein Teil der staatlichen Förderung geht in die Infrastruktur-Provider, ein anderer steht den Hauseigentümer für die Realisierung der vertikalen Inhouse-Verkabelung zur Verfügung.

Interessant zu wissen wäre, wie die DTAG (der seit kurzem die griechische Telefongesellschaft OTE zu einem großen Teil gehört) auf diese Pläne reagieren wird. Wenn einer unserer Leser hier Hinweise hätte, wären wir darüber dankbar.

Marktgerücht - reggefiber startet Netzbau in D

Mit das Interessanteste des heutigen Tages ist das Marktgerücht, dass sich durch die Reihen in Kopenhagen arbeitet, dass Reggefiber - der niederländische FttH-Betreiber - in Kürze seine Aktivitäten auf Deutschland ausweitet. Der zweite Teil des Gerüchtes ist, dass eine Zusammenarbeit mit NetCologne geplant sei, da die beiden Netze gut zueinander passen würden.

Wichtig: das ist ein Gerücht - eine harte Bestätigung haben wir nicht bekommen können. Falls dem so wäre, würde dies einerseits einen schärfen Wettbewerb f. die DTAG bedeuten (wie auch für die Alternativen) - und wir könnten auf GF-Netze in Deutschland mit OpenAccess hoffen. Wobei sich dies nicht ganz mit unserer Einschätzung der NetCologne-Haltung deckt.

FttH-Konferenz Kopenhagen

Life-Blogging ist gar nicht so einfach - Fazit: wir lassen das und kehren zum Offline-Blogging zurück. 1. kann man wieder entspannter zuhören. 2. spart es Strom :-)

Daher folgen unsere Artikel in den kommenden Tagen in loser Folge.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Kopenhagen - Entwicklungsstrategien - Catalunia

Spanien - Region Catalunia:

GF als Basis für bessere Bildung, bessere Wettbewerbsfähigkeit, bessere Gesundheitsversorgung - Bezug auf die positiven Beispiele Schweden, Norwegen und Dänemark. Flappsig zusammen gefasst: dass wollten wir auch haben.


Mehr eigene Wrtschöpfung in der Region nötig um zu "überleben". Daher Verknüpfung des Netz-Rollouts mit öffentlicher Aktivität - z.B. Erneuerung der Stromnetze. Alle öffentlichen Baumaßnahmen müssen Leerrohre mit verlegen (Beschluß 10.6.08). Außerdem besteht die (neue) Vorgabe, Platz für Technik vorzusehen (Curbs, CO's).


Regierung (6.000 Gebäude, 160.000 Mitarbeiter) sieht sich aber auch selbst als Anwender, der unzufrieden ist mit der verfügbaren TK-Infrastruktur - eigenes Netz sollte auch GF-basiert sein. Alte Kupfernetze sind zu langsam, zu unsicher, GF (wenn verfügbar) ist zu teuer.

Zugang auf Basis Open Acces für Ducts und Fasern.

Parallel für ländliche Räume werden Wimax-Stationen aufgebaut (250 realisiert, weitere 200 in Planung).

Langfristplan ist es, alle öffentl. Gebäude zu vernetzen. Große Sorge ist: Verschärfung d. "digital divide"! In Catalunia liegen nur 20% der Gemeinden in dicht besiedelten Gebieten, der Rest in Kleinstädten (25%) oder in ländlichen Gegenden (55%). Die Netzbetreiber seien nicht gewillt, in die Kleinstädte und Dörfer entsprechend zu investieren. (Kommentar: so ist das, wenn man die Netze privatisiert hat und Preisdruck herrscht).

GF-Ausbau helfe auch dem Mobilfunk, da durch die breite Verfügbarkeit von GF letztlich neue (breitbandigere) Mobilfunk-Dienste möglich werden.

Insgesamt sieht die Region folgende Vorteile:

  • Kostensenkung im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie im Justizbereich
  • Schließen, bzw. Verringern des „digital divide“

FttH-Council Europe - Jahreskonferenz in Kopenhagen

Heute starten wir unseren ersten Versuch in "Life-Blogging"

Heute und morgen sind wir in Kopenhagen als Teilnehmer der Jahreskonferenz des FttH-Council Europe. Zu den Sessions, zu denen etwas zu schreiben gibt, folgen daher einige Postings.

Und bei der Gelegenheit möchte ich mich für das positive Feedback einiger Menschen bedanken, die diesen Blog ab und zu tatsächlich lesen und bestätigen, dass wir über interessante Themen schreiben. Danke Schön - hat gut getan !

Mittwoch, 28. Januar 2009

„Einer gegen Alle – Alle gegen Einen“

Die Hessen Agentur lud zu einem TK-Dialog am 22.01.09 nach Frankfurt unter dem Thema:
subnationale Märkte und regionalisierte Regulierung

In der Einleitung von Hrn. Frey, Referatsleiter für Telekommunikation im HeMWi, wurde (wieder mal …) die „Bedeutung des TK Marktes“ betont.

Die Vorträge waren (bis auf den einen :-) recht interessant.

Zunächst stellte Hr. Dr. Schwarz, RTR, Wien: „Erfahrungen mit regionalisierter Regulierung in Österreich“ vor.
  • Fazit: gut gemeint, aber im Dezember vom österreichischen Verwaltungsgerchtshof einkassiert.
  • Im einzelnen: es sollten Mietleitungen und Breitband-Vorleistungen regional reguliert werden.
  • Grund: Wettbewerbsunterschiede zwischen Ballungsgebieten und dünn besiedelten Gebieten. In Ballungsgebieten existieren Skalenvorteile, mehr Wettbewerber etc…
  • Problem der Marktabgrenzung als Entscheidungskriterium: Kleine Einheiten schneiden, homogene „Märkte“ definieren, dann Regulierungsgrenzen festlegen: alles nicht so einfach.
  • Der Markt wurde definiert als Kombination aus Produkt plus Geografie; der Nationale Markt war keine Hilfe, da Telekom Austria (TA) auf jeden Fall marktbeherrschend.
Weiteres Problem war die Festlegung der betroffenen Produkte / Technologien. So waren Endprodukte, Bitstream und alternative Zugangstechnologien in der Betrachtung. FttC und Mobilfunk sind nicht drin in der Betrachtung.
Als Ergebnis fand das vorgeschlagene Regulierungsregime vor dem VwGH keinen Bestand (Urteil v. 17.12.08):
Begründung im Groben:
  • TA beherrscht Gesamtmarkt lt. Analyse,
  • die Gebiete wurden nicht hinreichend differenziert getrennt und deshalb sind die Auflagen nicht sauber begründet.
  • Fazit: Pech, und: bisher überhaupt kein erfolgreiches Beispiel….

Nächster Vortrag: Friedhelm Dommermuth, Bundesnetzagentur: Regionalisierung aus Sicht der Bundesnetzagentur“
Fazit: „Bisher keine Entscheidung getroffen zum Thema…..“

Auslöser der Analse: englische OFCOM grenzt subnationale Märkte bei Bitstromzugangsmarkt ab. Dh: Festlegung von Regionen, in denen die Bitstromzugangsregulierung aufgehoben ist.
Internationale Analysen: Belgien, Frankreich, Spanien, Niederlande, Portugal, Finnland. Die Meisten (außer Portugal und Finnland) regeln den Markt national, nicht regional.

Aktuelle Aktivität der BNetzA ist eine Marktuntersuchung zum Bitstromzugang.

  • Datenabfrage bei 86 Unternehmen,
  • Ergebnisse von 76 Unternehmen, davon
  • 49 Tal-Nachfrager,
  • 9 Kabel
  • plus „Anhörung“ zu Infrastrukturwettbewerb, - ausbau etc….
  • 17 Stellungnahmen sh Amtsblatt.

DT AG, u.a. gestützt durch Prof. von Weizsäcker, will eine regionalisierte Regulierung wg. differenzierter Submärkte („Ballungsgebiete raus aus Regulierung“).

Diskussionspunkte:

  • Fazit: es wird vieles intern in der Behörde diskutiert….
  • Wie geht’s weiter? Es werden Entwürfe erarbeitet….
  • Beiträge von Zuhörern (z.B. Colt): ATM Bitstrom Angebot von DT völlig inakzeptabel:
  • 1 mb als Garantie für GK nicht brauchbar.
  • Man sollte erst mal das Produktthema regeln und nicht schon vorher über Geografie nachdenken.
  • Ablehnung von Dommermuths Ansätzen wg. EU….

Nächster Vortrag: Hr. Kind, BV Breitbandkommunikation: „5 Thesen zur (gegen) regionale Regionalisierung“

  • „Regionalisierter Ansatz lässt sich nicht auf einzelne Vorprodukte beschränken (bspw. IP-Bitstream), Preise (auch TAL) in Städten werden sinken und auf dem Land steigen.
  • „Aufhebung der Tarifeinheit im Raum“ und steigende Endkundenentgelte in der Fläche, die nur bei DT zu Margenerhöhungen führen würden.
  • „Ausbau von GF in Ballungsräumen wird verlangsamt; Telekom preisstärker in Ballungsräume. Dh. Endkundenpreis und TAL-Preis sinkt, für Wettbewerber margenschädlich.“
  • „.Administrative und Transaktionskosten steigen“, Regulierung kostet auch bei TK-Unternehmen Geld ...
  • „Verzicht auf Regionalisierung führt nicht zur Wettbewerbsverzerrung" zugunsten Kabel und FTTB Betreibern.

FAZIT: Sehr gute Herleitung von Kausalketten, die nachweisen sollen, dass die Risiken die Vorteile bei weitem übersteigen und dass nur die Telekom Vorteile haben wird, die sie ausnutzen wird.

Nächster Vortrag: Dr. Jan Kranke, DT AG, Leiter Regulierung: „Notwendigkeit regionalisierter Regulierung im deutschen Bitstrom-Markt“

  • Behauptung: „DT geht nicht in Preiskampf, deshalb keine Angst, liebe Leute, wir sind doch die Guten…“
  • Und: DT hat keine Marktmacht mehr in Metropolen und es gibt Wettbewerb auf der TAL und ansonsten jede Menge Text in kleiner schrift und Schönreden des Magenta-Konzerns.
  • Fazit: „Alle sind gegen uns, wir sind deshalb für eine regionalisierte Regulierung“

Nächster Vortrag: Dr. Peya, IEN Initiative europäischer Netzbetreiber

  • Regionalisierung verfrüht.
  • Admin-Mehraufwand;
  • Qualitätsverlust in der Fläche;
  • Verstärkung des Digital Divide;
  • Gefahr des Leverage (Produktbündel durch Marktmächtigen aufgrund asymmetrischer Vorleistungspreise.
  • Und: Differenzierung zwischen PK und GK zwingend erforderlich: überregionale Nachfrage für GK Service Provider zwingend, dh. regionalisierte Produkte sind nicht gut für GK, da keine nationalen Produkte mehr möglich.
  • Regionale Preise und Lieferbedingungen benachteiligen alternative Anbieter nationaler Angebote …

Letzter Vortrag von Hrn. Stöber, AR von Arcor (keine Folien)

  • Fazit: Misstrauen ggü. Telekom, weil DT früher genau das Gegenteil erzählte wie bspw. heute abend und bei TAL-Preisen auf einheitlichem nationalen Niveau bestand.
  • Bei Bitstrom: das Gleiche …..
  • Fazit: Egal was zu tun ist: das Gegenteil von dem, was DT propagiert, ist für den Gesamtmarkt wohl die beste Lösung.

….. no comment ….

Zuletzt: Tischschilder für die Referenten wären toll gewesen …

Donnerstag, 15. Januar 2009

Konjunkturprogramm - was bringt das für Breitband?

Die Bundesregierung hat am Dienstag dieser Woche ihr Konjunkturprogramm II veröffentlicht. Und wir haben es sogar gelesen :-)
Worüber reden wir, wenn wir über das Konjunkturprogramm in Verbindung mit dem Breitbandthema reden? Wir verfolgen mit unserem Blog den Anspruch, Fakten zu vermitteln und unsere eigene Wertung dazu zur Verfügung zu stellen. Wir hoffen, dass wir beides so trennen, dass unsere Leser dabei nicht falsch informiert werden.

Insgesamt umfasst das Programm ein Investitionsvolumen von 14 Mrd. €. 4 Mrd. davon will der Bund direkt und selbst investieren. 10 Mrd. stehen in einem kommunalen Investitionsprogramm zur Verfügung für zusätzliche Investitionen der Kommunen und Länder. Dieses Programm soll mit 25% ko-finanziert werden durch die Länder (= 3,3 Mrd. €). Es gibt mehrere Investitionsschwerpunkte. Für Infrastrukturen (dabei u.a. Ländliche Infrastruktur und IT) stehen 35% (= 3,5 Mrd. €) zur Verfügung. Inwieweit hier z.B. die "weißen Flecken" addressiert werden sollen bleibt unklar, da nicht weiter thematisiert.

Wichtig erscheint uns die beschlossene Änderung der Wertgrenzen im Vergaberecht: statt der bisher üblichen Wertgrenze bei Bauleistungen von 20.000 € (tlw. auch 50.000) sollen zukünftig freihändige Vergaben bis zu einer Bauleistung von 100.000 € möglich sein. Beschränkte Ausschreibungen sind ausreichend bis zu 1 Mio. €. Bzgl. der Vergabe von Dienst- und Lieferleistungen gilt als neue Wertgrenze 100.000 €. Auch Vergabefristen können verkürzt werden. Diese neuen Regeln gelten vorerst für die Dauer von zwei Jahren.

Bzgl. Breitband selbst sagt das Konjunkturpaket II im Kapitel 6:
Breitbandausbau massiv vorantreiben, Versorgungslücken in der Fläche kurzfristig schließen (Bei vielen Landkreisen sind das tlw. über 50%! der Fläche). Forcierung von leitungsgebundenen und funkgestützten Hochleistungsnetzen.
Konkret:
  • bis 2010 sollen die bislang nicht versorgten Gebiete mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen abgedeckt sein.
  • bis 2014 sollen für 75% der Haushalte 50 Mbps zur Verfügung stehen (Download? Upload?).
  • bis 2018 sollen 50 Mbps für 100% zur Verfügung stehen.

Bis Mitte Februar will die Bundesregierung eine umfassende Breitbandstrategie vorlegen. Schwerpunkte:

  • Senkung von Investitionskosten
  • Förderaspekte
  • investitions- und wachstumsorientierte Regulierung

Über schnell greifende finanzielle Fördermaßnahmen für den Ausbau der Breitbandnetze will die Bundesregierung im Rahmen der Breitbandstrategie entscheiden.

Wir wollen nicht klein kariert erscheinen. Denn eigentlich freuen wir uns, dass die Politik der weißen Flecken und der Breitband-Infrastruktur insgesamt als Thema angenommen hat. Aber als Deutsche (die haben schließlich immer irgendwas :-) geben uns einige Punkte des Programms Anlaß zu Fragen:

  • Bzgl. des definierten Ziels für die Bandbreite: warum nur 50 M? Warum nicht 100? Oder weniger?
    Wir assoziieren mit der 50M-Grenze automatisch die VDSL-Architektur der DTAG. Mehr geht dort nicht - schon gar nicht in der Fläche. Glasfaser wäre aber nach unserem Dafürhalten die weit bessere Zielsetzung (insbes. vor dem Hintergrund der massiven Investitionen in GF in unseren Nachbarländern Niederlande, Frankreich, Schweiz sowie in Japan und Südkorea). Und andererseits sind damit die Funkanbieter "weg vom Fenster", es sei denn, es würden 50M je Zelle gelten. Das würde wiederum bedeuten, dass massiv Spektrum frei geschaufelt werden müsste. So groß ist die digitale Dividende auch wieder nicht, es sei denn, jemand hätte neues Spektrum allokiert (am Mond abgeschraubt und heimlich hier angebracht?)
  • Bzgl. der Zielgröße 2010 für den Lückenschluß der unversorgten Gebiete halten wir das für unrealistisch in der Umsetzung. Derzeit gibt es nach unserer Kenntnis zu wenig planungsreife Projektvorhaben (gerade im Bereich der weißen Flecken). Bis 2010 braucht man allein,um die nötigen Planungsarbeiten voran zu treiben (auch wenn vergaberechtlich vieles vereinfacht laufen kann). Die Umsetzung braucht dann sicherlich auch noch etwas Zeit.
  • Bzgl.: Hochleistung: was ist das eigentlich? Ist WLAN Hochleistung? Ist unlizensiertes Spektrum Hochleistung? Oder nur LTE? Ist DSL Hochleistung? Oder nur Glasfaser? - Der Streit wird noch laut und spannend - zumindest für die, die Boxkämpfe mögen.

Wenn wir also ein Fazit ziehen, so sehen wir das berühmte halbvolle Glas. Daran freuen wir uns. Aber wir nehmen uns die Freiheit darauf hinzuweisen, dass es einige Lücken an dieser Stelle des Programms gibt, die noch geschlossen werden müssen - und das schnell. Übrigens fehlt (im Gegensatz zur Automobilindustrie) eine konkrete Zahl, wieviele Mrd. hier fließen sollen (für Autos sind das 1,5 Mrd. €).

Sonntag, 11. Januar 2009

"Glaskarte" für Deutschland

NEU - noch nie dagewesen :-)

Als ein weiteres Ergebnis unserer Recherchearbeit zum Gesamtüberblick der aktuell laufenden FttH-Projekte in Deutschland haben wir eine kleine Karte in Google-Maps angelegt und auf der Navigationsseite des Blogs integriert. Die Landmarks enthalten ein paar Grundinformationen zu den Projekten. Die Farblogik ist (noch) sehr einfach: blau für "normale" Projekte in städtischer Umgebung, grün für Projekte im Ländlichen Raum.

Wer uns sachdienliche Hinweise geben möchte, um die Darstellung zu verbessern, bzw. zu vervollständigen, bitte Kontakt aufnehmen: BLOG at UNSERNETZ punkt DE.

Gesamtüberblick über FttH-Projekte in Deutschland

In den letzten zwei Monaten haben wir an einer Studie gearbeitet, in der wir versuchen, einen Gesamtüberblick über die derzeit in Deutschland laufenden FttH-Projekte zu geben. Bzgl. Niederlande und weiteren europäischen Ländern sind wir noch dabei, Daten zu recherchieren. Mit der Recherche in Deutschland sind wir mittlerweile fertig.

Derzeit arbeiten wir an der Endredaktion des Papiers, aber erste Ergebnisse können wir heute veröffentlichen:
Insgesamt sind derzeit Projekte unterwegs, die ein Gesamtvolumen von über 200 Mio. € umfassen. Es geht also nicht mehr "nur" um kleine Piloten. Insbesondere NetCologne und M-Net haben mittlweile Programme von enormem Umfang gestartet. Aber auch andere Projekte sind nicht zu verachten.

Die Summe der durch diese Projekte erschlossenen Haushalte liegt bei ca. 500.000, bzw. bei ca. 92.000 Gebäuden.
Dabei liegen die Investitionen je Haushalt in einer Spanne von 320 € (NetCologne) und 4.000 (Worpswede, Sacoin), bzw. zwischen 2.230 und 6.700 je Gebäude. Der Mittelwert der Investitionen je Haushalt liegt bei den untersuchten Projekten bei 1.490,- €, bzw. bei 3.060 je Gebäude.

Die Projekte im Ländlichen Raum benötigen ca. das Doppelte bis Dreifache der Investitionen je Haushalt, bzw. Gebäude im vergleich zu Projekten in der Stadt.

Beachtlich sind die - soweit diese veröffentlicht wurden - hohen Penetrationsraten der Projekte: oft über 50%, tlw. nahe 100%. Das bestätigt unsere Philosophie: NUR GLASFASER IST NACHHALTIG - und das wird vom Kunden verstanden!!!

Wir haben auch das Umsatzpotential aller uns bekannten Projekte abgeschätzt. Wir gehen derzeit von einer Spanne zwischen 0,4 und 0,6 Mill. € aus. Dabei unterstellen wir überwiegend Umsätze mit Privatkunden - auch der Tatsache geschuldet, dass es uns (noch?) nicht gelungen ist, Zahlen für angeschlossene Geschäftskunden zu erheben.

Und um das Zahlenmeer ins Verhältnis zum Ozean Gesamtmarkt zu setzen: bzgl. des Umsatzpotentials sprechen wir von 2% des Festnetzmarktes in Deutschland (Wert f. 2008 inkl. PSTN etc.), bzw. von 3,2% des Investitionsvolumens des Gesamt-TK-Marktes in Deutschland (inkl. der Kabelnetzanbieter), wobei wir das Gefühl nicht loswerden, dass dieser Markt sehr schnell wachsen wird.

Wer Interesse an der Studie hat, schickt bitte eine kurze Mail mit dem Stichwort "FttH-Studie D" an blog (at) unsernetz (pUNKt) de. Die Studie erscheint zuerst auch Englisch. Die deutsche Fassung folgt ca. 14 Tage später.

Dienstag, 6. Januar 2009

Organisationsmodelle für Netzgesellschaften

In unseren Beratungsprojekten werden wir oft mit der Aufgabe konfrontiert, Empfehlungen für Organisationsmodelle abzugeben.

Was ist damit gemeint? Wir nehmen in Mandaten, die wir für Gebietskörperschaften wahrnehmen, immer die Position unserer Kunden ein - betrachten die Fragestellung also mit den Augen der Verwaltung, bzw. der Politik, die der Verwaltung die Vorgaben für ihr Handeln setzt. Die nebenstehende Grafik zeigt die Spannweite der Themen, die wir dabei behandeln.

Grundlegend muß in jedem Projekt geklärt werden, welche(s) Ziel(e) die öffentliche Hand erreichen will? Von der Zielsetzung her denkend erst kann man zu passenden Organisationsstrukturen kommen. Steuerliche Fragestellungen (im Sinne der Optimierung) führen dann ggf. zu Änderungen im Detail, können aber nie die grundlegende Ausrichtung bestimmen.
In der Zusammenarbeit mit Gebietskörperschaften bestimmt außer der Zielvorstellung der Gemeinde, bzw. der Gebietskörperschaft die jeweils geltende Gemeindeordnung und die Zusammenarbeit mit der Kommunalaufsicht die Lösung. Dabei ist es auch hilfreich, mit dem jeweiligen Gemeindetag zusammen zu arbeiten. Die Referenten dort können helfen, die passende Lösung mit zu entwickeln und helfen vor allem, die Akzeptanz sicherzustellen.

In den Projekten, in denen es um die Realisierung von Netzinfrastrukturen geht, empfehlen wir in der Regel eine Trennung von Netzbesitz und Netz-Management, bzw. -Betrieb. Unsere Hauptargumente für diese Trennung sind:


  • organisatorische und rechtliche Abbildung des Prinzips des diskriminierungsfreien Netzzugangs

  • größere Transparenz bzgl. Liefer- und Leistungsbeziehungen sowie der Geldflüsse, damit

  • größere Transparenz über die Verwendung etwaiger Fördermittel (relevant für die Akzeptanz der für die Mittelvergabe relevanten Stellen)

  • damit einfachere Steuerbarkeit der Netzbesitz-Gesellschaft

  • Konzentration auf das Wesentliche: die Realisierung alternativer Infrastruktur als öffentliche Einrichtung

Häufig geht es darum, eine GmbH oder auch GmbH & Co. KG zu gründen. Die obigen Gesichtspunkte finden sich später im Gesellschaftervertrag, im Gesellschaftszweck sowie in der Satzung wieder. Hierbei raten wir immer dazu, sich entsprechend juristisch beraten zu lassen! Hier lauern viele, u.a. auch vergaberechtliche Fragestellungen. Wir raten dringend dazu, diese Themen nicht zu vernachlässigen. Gute Rat mag zwar teuer sein - aber er ist u.E. das Geld auch wert.