Thema des heutigen Postings ist eine Veranstaltung des VATM zu „Open-Access-Modell für Deutschland, Wettbewerb schafft nachhaltige Investitionen in moderne Breitbandnetze“
In der Keynote motivierte Hr. Eickers (VATM-Präsident) das Open-Access-Modell als Gegenpol zur Monopolrendite, als Mittel zur Kooperation in der Breitbandinfrastruktur und zur Verteilung der nötigen Investitionen mit mehr als 50% für die Wettbewerber.
Das Modell umfasst u.a. folgende Thesen zum Investitions- und Zugangskonzept:
- Gemeinsamer KVz-Ausbau mit entsprechender Dimensionierung durch Kostenteilung;
- Orientierung der Ausbauregeln an den Erkenntnissen aus dem HVT-Umfeld;
- Festschreibung des Anspruchs auf Platz im KVz, wenn er vorhanden ist;
- Anteilige Beteiligung an den ursprünglichen Investitionen (Rückvergütung der Baukosten KVz);
- Möglichkeiten zur Reservierung von Platz im KVz;
- Möglichkeit der zeitlichen Entkopplung der Investitionen einzelner Teilnehmer;
- Transparenz hinsichtlich Belegung und Reservierung in einem KVz;
- bedarfsgerechte, volumenbezogene Kostenteilung der Leerrohrverlegung;
- CAPEX-basierte Struktur (nicht Mieter, sondern Miteigentümer) der Infrastruktur;
- Zielvorstellung: Zügiger Abbau der HVT und Migration der HVT durch die DTAG
- Voraussetzung: Bitstrom-Zugang zur Infrastruktur
- Kolokation von KVz, Leerrohrkataster Verfügbarkeit, GF-Zugänge
- DTAG ist gefordert, die 73 Zugänge auf 900 Metronots auszubauen
Tagesspiegel-Moderator Hr. Zurheide bat die Teilnehmer der Podiumsdiskussion um Stellungnahmen zur Machbarkeit des Vorgehens. Einige Aussagen waren folgende: Hr. Kurth (Präsident BNetzA)
Beirat hat am 11.5.09 entschieden:
- Förderung von Kooperationsprojekten,
- Bereitstellung eines Leerrohrkatasters,
- Gründung eines NGA-Forums, dessen Mitglieder aktuell besetzt werden.
- Kritik am geringen Erfolg des VDSL
- zentrale Schaltverteiler in den Dörfern müssen geöffnet werden
- Leerrohre sind offen für den Wettbewerb, es gibt keine Entscheidung zum Preis
Aussagen von Hr. Dr. Schuhseil (BMWi):
- BMWi ist zuständig für den Schutz des Wettbewerbs;
- Es bedarf der Regulierung für die Umsetzung des langfristigen Ziels der Bundesregierung zum Breitbandnetzt (flächendeckendes Breitband bis Ende 2014);
- im Gegensatz zum Geschäftsmodell im alten Kupfernetz fehlt aktuell vor allem „jemand, der investiert“;
Hr. Schwarz (Alcatel) - Leiter der AG2 der D21-Initiative (Finanzierung / Kooperation bei NGA-Netz-Aufbau):
- „Es geht voran, aber aktuell geht jeder allein“
- Es gibt eine AG 2 für das neue Breitband in Vorbereitung für den IT-Gipfel 4;
- Kooperationen werden erarbeitet.
Hr. Stöber (Arcor, VATM):
- aktuelles Marktgeschehen ist „eher Zeit schinden“
- das Aufholen des Vorsprungs der DTAG in den 51 VDSL-Städten wird für alle Wettbewerber sehr schwer sein;
- „Äußerung einer eher pessimistischen Prognose: ihm fehlt die Bereitschaft im Markt zu glauben, dass Breitband mit Open Access das Zukunftsmodell der TK ist; DTAG ist zurückhaltend, Kabelnetzbetreiber preschen allein immer erfolgreicher vor, werden nicht reguliert“;
- einziges positives Kooperationsprojekt ist ARCOR/DTAG in Heilbronn-Würzburg mit DTAG-Leerrohren und eigenen KVz von ARCOR.;
- „Cashflow-Planung der DTAG bedingt aktuell den Breitbandausbau in Deutschland“.
Anmerkungen im Laufe des Diskussion aus dem Publikum:
- Investitionssharing umstritten (s. SWISSCOM, die das Modell z.T. zurückziehen)
- Open ACCESS wird als Bottleneck-Regulierung verstanden
- keine Festlegung auf eine Infrastrukturtechnologie
- „Aufruf zum Schwingen der Keule“
Nach diesen eher einzelnen Aussagen und einem vielversprechenden Warmwerden für Diskussion, war die Zeit in der großen Runde der ca. 100 Teilnehmer leider abgelaufen. Das Publikum war mit Entscheidern der Branchen besetzt und hätte sicherlich gemeinsam mit dem Podium weiterdiskutiert.
Für die nächste Veranstaltung wagen wir die bescheidene Anmerkung: mehr Zeit und Raum für Diskussion öffnen - die Bereitschaft wäre an dem Abend da gewesen.
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