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Dienstag, 15. April 2008

Deutschland im internationalen Vergleich - ITU-Zahlen

Gestern haben wir Zahlen der EU veröffentlicht, die zeigen, welchen Beitrag zum BIP in den verschiedenen Ländern der EU die Informations- und Kommunikationstechnik "leistet". Heute zeigen wir Zahlen der ITU des Jahres 2006, zur Breitbandpenetration in den Top30 Ländern. Gute Nachricht: Deutschland ist unter den Top30. Schlechte Nachricht: wir sind auf Platz 27.

Unsere Nachbarn im Norden sind der Benchmark, an dem wir uns messen müssen. Auch Länder wie Korea, Hong Kong, Japan oder die Färöer liegen vor uns.

Wichtig ist unseres Erachtens, dass wir in Deutschland diese Situation wahrnehmen und überlegen, ob wir uns auf Dauer diesen Rückstand im Vergleich zu unseren Nachbarn oder den Volkswirtschaften in Asien - wie auch den USA - leisten wollen? Was machen diese Länder anders, als wir? Warum machen die das? was sind die Treiber?





Freitag, 21. März 2008

Vielfache Bandbreite - Architekturdiskussion dringend nötig!

Für viele (nicht Alle!) ist klar: der Bandbreitenbedarf wird so stark steigen, dass die Netze ausgebaut werden müssen. Oft zitiert wird "Nielsens Law", das kurz zusammen gefasst ein 50% Verkehrswachstum p.a. postuliert, siehe: http://www.useit.com/alertbox/980405.html. Mehr zu Teilen der Diskussion z.B. hier: http://www.useit.com/alertbox/ oder hier: http://cleanslate.stanford.edu/.
Was uns (in Deutschland) derzeit fehlt, ist eine vergleichbare Diskussion. Wir müssen darüber diskutiert, welche architektonischen Konsequenzen zu ziehen sind. Fragen, die u.E. dringend behandelt werden müssten (unsortiert):

  • sind Funknetze wirklich die Lösung des Breitband-Problems - oder nicht doch des Mobilitätsproblems? Müssen wir nicht neue Festnetz-Infrastrukturen bauen?
  • ist das IP-Protokoll noch adäquat? Oder müssen wir eine Weiterentwicklung anstossen, die heute fehlende Eigenschaften (z.B. Identitätszusicherung zwischen Absender und Empfänger) realisiert - zumindest für die Anwendungsbereiche (z.B. eGovernment oder eHealth), die für ihr Funktionieren darauf angewiesen sind? Oder wie stellen wir sicher, dass der Bürger weiß, dass ihm die Behörde schreibt und umgekehrt ("ladungsfähiges Internet")? Wie stellen wir sicher, dass das Arztgeheimnis auch bei einer Fernbetreuung über das Internet sichergestellt wird?
  • Wie lange reicht die Kupfer-Doppelader-Infrastruktur (realisiert in den 50er und 60er Jahren), die zwar im europäischen Vergleich immer wieder für ihre Qualität gelobt wird, aber heute in den ländlichen Gegenden bereits verhindert, dass dort Breitband angeboten werden kann? Wie sieht es für die Koax-Infrastruktur (gebaut in den 80ern) aus?
  • Welche Ziele verfolgen wir im internationalen Standort-Wettbewerb? Will Deutschland bei der "Renovierung" des Internet mitmachen?
  • Wie stellt man einen immer verfügbaren Notruf sicher, wenn man die Daten dafür mittels Koax oder Glasfaser überträgt, statt mit der Kupfer-Doppelader, die auch 48 V Gleichstrom liefern kann für gute alte Telefonie?
  • Wer soll das bezahlen?
  • Wieviel darf es kosten?

Wir haben aktuell das Gefühl, dass das Thema getreu dem Motto "ist's Silvester hell und klar, wird es morgen dann Neujahr" behandelt wird. Fehlt der Feind? Zumindest sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass alleine in den USA 400 Mio. $ für das clean slate Programm (s.o.) investiert werden. Parallele zum letzten Post: Frankreich investiert in Infrastruktur, USA in grundlegende Architektur, Deutschland Fehlanzeige!