Mittwoch, 29. Dezember 2010
Erinnerung: 8. April 1981 jährt bald zum 30sten
Wer mit dem Datum noch nicht so viel anfangen kann: unser Posting vom 16. Mai verrät mehr...
Montag, 27. Dezember 2010
Studie: Kostenelemente in FttB/H-Netzen
Die Auswertung der erhobenen Daten und weiterführende Gespräche mit den beteiligten Unternehmen zeigten trotz einheitlich vorgegebener Parameterstruktur eine große Datenheterogenität. Die Ermittlung repräsentativer, durchschnittlicher Preise für GF-Vorleistungsprodukte war daher nicht mit befriedigender Qualität möglich. Darüber hinaus konnte aufgrund der Struktur der Teilnehmer lediglich eine abschließende Betrachtung für GPON/FTTB-Infrastrukturen erfolgen. Trotz dieser limitierenden Faktoren lassen sich einige Schlussfolgerungen für den weiteren (FTTB-)Glasfasernetzausbau in Deutschland ziehen, die wir in der nachstehenden Tabelle zusammen gefasst haben.
| Kostentreiber | Signifikanzder Auswirkung |
| WACC | Sehr groß |
| Siedlungsstruktur (Gebäudedichte) | Sehr groß |
| Siedlungsstruktur (Gebäudegröße) | Sehr groß (für Kosten pro Homes Connected bzw. pro Anschluss); Klein (für Kosten pro Netzabschlusspunkt) |
| Abschreibungsdauer | Groß |
| Marktdurchdringung | Sehr groß (für Kosten pro Homes Connected bzw. pro Anschluss); Nicht relevant (für Kosten pro Netzabschlusspunkt) |
Diese Zusammenfassung wird diejenigen, die sich mit dem Thema befassen, nicht wirklich erstaunen.
Wir sind aber der Ansicht, auch einige Zahlen präsentieren zu können, die wiederum u.E. in der Granularität in Deutschland bisher nicht veröffentlicht wurden, zumindest nach unserer Kenntnis.
| Parameter | Mittelwert | Min | Max |
| Nutzungsdauer | 12,4 Jahre | 6,5 Jahre | 20,0 Jahre |
| Nutzungsdauer | 28,3 Jahre | 10,0 Jahre | 50,0 Jahre |
| Trassenpreis | 98,10 € | 65,40 € | 168,80 € |
| Kabelpreis inkl. | 7,90 € | 2,70 € | 19,10 € |
| Kosten je Gebäude- | 379,80 € | 237,00 € | 682,70 € |
Kosten-Benchmarks zu weiteren Elementen eines FttH/B-Netzes haben wir zwar erhoben, sind aber aus methodischen Gründen der Auffassung, dass wir diese nicht publizieren können, insbesondere weil wir die Validität der Daten für nicht ausreichend halten.
Details zu den teilnehmenden Unternehmen können und werden wir nicht veröffentlichen. Jedoch arbeiten wir derzeit daran, einige "Lessons Learned" zu identifizieren. Insbesondere erscheint es uns einiges Optimierungspotential bei der Bauweise der Hausanschlüsse zu geben, sowie beim Design der Zuführungsebene. Hier zeigen die erhobenen Daten, dass einige Netze signifikant kostengünstiger realisiert wurden, als andere. Und dass müssen wir u.E. alle besser verstehen.
Ziel des Open-Access-Modells des VATMs ist es, Benchmarks für verschiedene Elemente der GF-Anschlussnetze zu identifizieren, die eine Preisfindung in der aktuell noch sehr unübersichtlichen und divergenten Marktsituation zu erleichtern und aus Sicht der Branche unnötige Eingriffe des Regulierers unnötig werden zu lassen.
Wir hoffen, dass sich die Diskussion in der nächsten Zukunft zu diesem für alle Marktteilnehmer relevanten Thema vertieft und wir letztlich zu einem branchenübergreifenden gemeinsamen Verständnis gelangen.
Mitverlegung - wie groß ist der "richtige" %-Satz
Von diversen Kunden haben mittlerweile die Rückmeldung bekommen, dass diese Annahme zu optimistisch sei.
5% würden bedeuten, dass alle 20 Jahre eine Baumaßnahme stattfindet. Die sei heute nicht mehr der Fall, da heutige Infrastrukturen eher bis zu 40 und darüber (reparaturfrei) genutzt werden.
Der "neue" %-Satz wäre also: 2,5%.
Frage an unsere Leser: können Sie diese These durch eigene Werte stützen, bzw. falsifizieren? Oder flapsig: stimmt das?
Sonntag, 16. Mai 2010
Save the Date: 8. April 2011, Berlin - 30 Jahre Glasfaserpolitik in Deutschland
Wer sich an der Vorbereitung dieser Veranstaltung aktiv beteiligen möchte, sei auf den Link zur Homepage der Alcatel-Lucent-Stiftung verwiesen (Klick auf die Überschrift führt Sie dorthin). Dr. Dieter Klumpp, der Direktor derselben, hat dankenswerter Weise zusammen mit ITG, ANGA und FttH-Council diesen Termin wieder ins Bewusstsein gerufen. Der Termin ist ein Anlass, die Strategien 2011ff darzustellen. Bitte senden Sie bei Interesse an einer Beteiligung eine Mail an die auf der Website angegebenen Adresse mit dem Betreff „#613“ an office (at) stiftungaktuell (punkt) de.
Bei der Veranstaltung am 8. April 2011 sollen nach dem Rückblick auf diesen wegweisenden Kabinettsbeschluss der Achtziger vor allem heutige Analysen der verschiedenen Akteure im Mittelpunkt stehen.
Sonntag, 30. November 2008
Umfrage - Netztopologien
wir wüßten gerne, welche Netztopographien Sie bevorzugen, bzw. welche Sie ggf. sogar bereits realisieren. Darum haben wir eine Umfrage gestartet und würden uns freuen, wenn Sie uns antworten. Die Umfrage läuft bis Mitte Dezember. Danach stellen wir das Ergebnis kurz vor.
Samstag, 20. September 2008
WestLB Branchenforum Glasfasernetze am 8. und 9.9.08
Herr Langer hat es vermocht, interessante Vorträge zu den Themen Architekturen, Erfahrungsberichte, Regulierung, Kartellrecht, Anwendungen, Zusammenspiel mit der Wohnungswirtschaft, Ländlicher Raum und Finanzierungsformen in angenehmer Atmosphäre zusammen zu bringen und ausreichend für Diskussion und Nebengespräche zu bieten. Auch die anwesenden Gäste vertraten ein hoch interessantes Spektrum:
- neugierige Mobilfunker (u.a. Voda)
- zögerlich-skeptische Alt-Nets (z.B. Versatel, QSC)
- überzeugte Stadtnetz-Betreiber (HeLi Net, Gelsen-Net, ....)
- enthusiastische Netzplaner und -bauer (Stadtwerke Schwerte, NetCologne, ...)
- vorsichtige Banker (tlw. Konsolidierung des Marktes einfordernd)
- Hersteller-Vertreter (rollenkonform tlw. sehr überzeugt, tlw. suchend - z.B. Cisco, Alcatel-Lucent, Keymile ...)
- um Realismus bemühte Juristen und Ökonomen
- eine Vielzahl kluger Berater
Und eine Nebenbemerkung sei uns erlaubt: der Garten ist sehr schön - zum Beispiel wachsen dort ein paar sehr schöne alte Rosenstöcke.
Mehr zu den einzelnen Themen in jeweils eigenen Postings in den folgenden Tagen.
Donnerstag, 8. Mai 2008
Frankreich: Gesetzentwurf zur Vorverkabelung neuer Gebäude mit Glasfaser
Die Regierung rechnet in dem Zusammenhang mit Investitionen in FttH-Netze (Glasfaser ins Haus) in Höhe von 10 Mrd. €.
Wenn ich das lese, wünsche ich mir sehr, dass wir eine vergleichbare Diskussion hier in Deutschland beginnen. Wir laufen sonst Gefahr, im Standortwettbewerb weit nach hinten zu fallen. Zu einer solchen Diskussion gehört dann auch eine Regelung über den Zugang der Netzbegtreiber zu dieser Inhouse-Infrastruktur. Muß man dem Hausbesitzer dafür etwas bezahlen? Wenn ja, wieviel? Gilt auch hier "must carry"?
Zumindest von der Standardisierungsseite passiert mittlerweile einiges in Deutschland. Mehr dazu in den kommenden Tagen.
Politische Debatte über FttH "Down Under"
In Neuseeland fordert die ("rechte") Opposition ein steuerfinanziertes Programm, um FttH auszurollen,im Umfang von ca. 1,5 Mrd. Neuseeland $. Das Thema ist Teil des aktuellen Wahlkampfs.Die Opposition wirbt für ihr Prgramm bei den Wählern mit einem ökonomischen Gewinn in Höhe von 2,7 Mrd. Nz$ pro Jahr aufgrund von Produktivitätswachstum. Die regierende Labourparty kritisiert das Programm, das für sie das komplette Gegenteil des aktuellen regulatorischen Regimes darstellt (Trennung des Incumbent und Wettbewerbsstimulierung).
In Australien hat die (Labour-) Regierung eine öffentliche Förderung für ein open access FttH- Netz ausgeschrieben (genannt NBN) - eine 10 Mrd. A$ Investition, mit 5 Mrd. A$ öffentlicher Förderung. Schärfstens kritisiert durch die Opposition.
Wir können die politischen Diskussionen in Neuseeland und Australien aufgrund unserer großen Distanz nicht seriös kommentieren. Uns geht es mit dem Hinweis um etwas anderes. Mit Benoit Felten stimmen wir darin überein, dass die Frage, ob und wie FttH realisiert werden soll, Gegenstand der politischen Debatte geworden ist in beiden Ländern (im Gegensatz zu unserer europäischen Diskussion heute). Wir sind gespannt auf die Entwicklung in Deutschland. Wird z.B. eine Landesregierung, die vor der Wiederwahl steht und dafür Argumente sucht, sich des Themas FttH (Glasfaser ins Haus) annehmen? Mit welchen Konsequenzen? Ein erstes Anzeichen scheint uns die Anfrage der "Linken" zum Thema "Breitband als Universaldienst" zu sein. Wir sind gespannt, wie sich diese Diskussion entwickelt. Auf der lokalen Ebene spüren wir diese Probleme heute schon.
Europa-Konferenz der Hanns Seidel Stiftung zu (fehlendem) Breitband auf dem Land
Ich hoffe, niemand ist böse, wenn ich folgendes Fazit der Veranstaltung ziehe:
Einigkeit herrschte zu folgenden Punkten:
- hinsichtlich des Handlungsbedarfs im Infrastrukturausbau = man muß etwas tun, und am besten jetzt (insbesondere sehr klar formuliert durch Frau Dr. Niebler)
- hinsichtlich Breitband als wichtigem Standortfaktor im (internationalen) Wettbewerb
- Breitband ist u.a. auch Thema u.a. aufgrund des Lissabon-Prozess (Herr Dr. Friedrich für beide Themen)
- Bandbreitenwachstum (allgemeine Einigkeit)
- Spektrum ist wertvolles, nur einmal vorhandenes Gut - damit muß man sorgsam umgehen (diese Erkenntnis find' ich sehr positiv)
Uneinigkeit hinsichtlich der sogenannten Digitalen Dividende (so werden die "frei" werdenden Frequenzen genannt, die aufgrund der Umstellung von analogem auf digitales TV nicht mehr benötigt werden). Der Streit geht aktuell darum, wie diese Frequenzen verwendet werden sollen? Mobilfunker sind unendlich hungrig nach Spektrum und fordern diese Frequenzen für sich. Die TV-Anstalten - bzw. die Landesmedienanstalten, die diese Frequenzen in der Vergangenheit qua Verfassungsauftrag vergeben haben (Rundfunkhoheit der Länder) bestehen auf ihren "alten" Rechten und wollen diese Frequenzen zur Weiterentwicklung ihrer Dienste verwenden sowie für Qualitätsverbesserungen des bestehenden Programms. Im Verlauf der Diskussion gab es keinen fürmich erkennbaren Konsens zu den folgenden Fragen:
- wieviel Dividende gibt es denn überhaupt?
- was geht damit (viel = 100M oder wenig = <10m)?
- reicht die DD, um das Problem zu lösen (flappsige Zusammenfassung: Naja, es ist kurzfristig eine Lösung, aber gebt uns mal das Spektrum :-)
Weitere Uneinigkeit bestand hinsichtlich der Größe des Problems "unversorgter ländlicher Raum": 70% (Dr. Niggl, bay. Staatsministerium f. Wirtschaft) vs. 95% (Kopf, DTAG). Rollenkonform :-) würden wir eher Dr. Niggl zustimmen ...
Wie bei jeder dieser Diskussionen blieben am Ende weiterhin offene Fragen zurück, bzw. wurden teilweise nicht einmal richtig beschrieben (was aber kein Vorwurf ist, da in dem Setting wohl auch kaum möglich):
- muß der Staat (wer immer das jetzt sein mag) investieren? Wieviel?
- wenn "Er" investiert, resp. notifiziert (EU), was soll er denn da notifizieren? Eine "Grundausstattung" mit 1Mbps oder eine "Nachhaltige Infrastruktur" mit >=100M?
- Welche Effekte wird diese Investition haben? Und wie passt dies zu den anderen wichtigen Themen wie Energieversorgung und Wissensvermittlung als Basis unserer Volkswirtschaften in der EU?
- Soll er nur Versorgungslücken auf dem Dorf schließen? Oder soll der Staat auch Versorgung in Städten (Bsp. Amsterdam) unterstützen?
- Darf er dabei bestimmte Geschäftsmodelle bevorzugen? Mit welcher Begründung (dies ist wichtig hinsichtlich der open access Debatte)?
- wie groß ist der Handlungsbedarf eigentlich? Muß jetzt sofort gehandelt werden oder haben wir noch Zeit (Diskussion u.a. zw. Dr. Niggl + Dr. Strohmeier)?
- ist die Diskussion eine spezifisch deutsche?
- wie soll der sogenannte "rechtliche Rahmen" (m.E. = Industriepolitik) aussehen? Sind lokale Monopole (im ländl. Raum) akzeptabel? Reicht Dienstewettbewerb oder muß auch Infrastrukturwettbewerb stattfinden?
Mit zwei Tagen zum Nachdenken zwischen der Diskussion und dem Schreiben dieses Posts muß ich sagen, dass mich einige Punkte sehr irritiert haben.
- Mehrere Vertreter haben nach meinem Verständnis formuliert, dass das Problem ohne größeren staatlichen Eingriff lösbar sei, bzw. keines sei. Eine Begründung dafür habe ich vermisst. Auch war ich sehr irritiert über die Aussage, dass mit dem freiwerdenden Spektrum (aus der DD) eine nachhaltige Lösung möglich sein soll (was an fehlendem Technikwissen bei mir liegen mag). Ich habe als Vision verstanden, dass mittels Funk IP-Traffic transportiert wird. Wenn jemand unbedingt über die Luftschnittstelle TV haben will, wird dies eben über IP zum Kunden transportiert (Must-Carry Prinzip). Die anderen (die kein TV wollen) können derweil parallel andere Dienste nutzen.
- Die Machtansprüche der EU hinsichtlich der Regulierungsvollmacht von Spektrum wurden in der Diskussion für mich überraschend eingegrenzt und deutlich darauf hingewiesen, dass die Vergabe von Spektrum etc. nationale Kompetenz sei und das dieses auch nicht angetastet werden soll.
- Andere versuchten das Problem "wegzudefinieren". DTAG "beliefert" 95%, damit ist das Problem eigentlich nicht mehr da. Für die Erschließung der restlichen 5% müsse die Politik Mittel bereitstellen. Die 95% wurden durch mehrere Teilnehmer vehement bestritten (u.a. durch Dr. Niggl). Unseres Erachtens (UnserNetz) entsprechen diese 95% ungefähr 85% Versorgung mit ca. 1M, gemessen an erreichten Haushalten. Der Rest ist sogenanntes DSL Basic (= 300k).
- Obwohl in der Diskussion klar war, dass zukünftig Bandbreiten weit jenseits der heute angebotenen gefragt sein werden, setzen einige Industrievertreter (immer noch) auf Funk, statt auf den Aufbau neuer Festnetztechnik. Wie das gehen soll, blieb zumindest mir ein Rätsel.
Wenn ich richtig rechne, so geht es bei der "digitalen Dividende" um 72 MHz (790 - 862). Diese sind auf der Weltfunk-Konferenz freigegeben für gleichzeitige Nutzung für Broadcast-Dienste (also Verteilfunk = Radio/TV) und Mobilfunk-Anwendungen (also bi-direktionale Nutzung). Bei einer Spektraleffizienz von heute 1Bit/s und Hz bei UMTS komme ich auf eine maximale Bandbreite von 72 Mbps, unter Vernachlässigung weiterer Rahmenbedingungen wie Sicherheitsabstand am Rand des Frequenzbandes (um Störungen von Nachbarsender zu minimieren) etc. Auch wird dabei vorausgesetzt, dass das gesamte Spektrum für "Breitband" zur Verfügung stehen wird - und nicht mit anderen Interessenten (z.B. den TV-Anstalten oder Automobilherstellern für car2car Kommunikation) geteilt werden muß. Unabhängig davon mangelt es den Pilotversuchen in Deutschland derzeit an verfügbaren Endgeräten (es gibt sie schlichtweg noch nicht). Und: die Frequenzen werden frühestens 2012 frei. Fazit: Funklösungen kann ich mir nicht als nachhaltige Problemlösung vorstellen.
Samstag, 26. April 2008
DSL - R.I.P

Unter dem Obertitel "Breitband - tot oder lebendig?" hat das Telco-Team der WestLB eine lesenswerte Studie zum deutschen Breitbandmarkt veröffentlicht. Der DSL-Grabstein provoziert und erheitert gleichermaßen, bringt aber unseres Erachtens das Problem auf den Punkt:
Durch das ungebrochene Bandbreitenwachstum in den Accessnetzen wird die DSL-Infrastruktur in den nächsten Jahren an ihre physikalischen Grenzen stoßen.
Die WestLB prognostiziert 2009 als Zeitpunkt (mit all den nötigen Einschränkungen).
Wir teilen nicht jede Aussage der Studie, sind aber der Ansicht, dass das Team der West LB es (wieder einmal) geschafft hat, einen detaillierten und auch sehr vollständigen Überblick über den Markt in Deutschland zu geben. Betrachtet werden Netzbetreiber wie auch (börsennotierte) Equipmenthersteller - und der internationale Vergleich kommt dabei nicht zu kurz.
Wer mehr wissen möchte, sei auf Herrn Langer verwiesen (thomas-punkt-langer-at-westlb-punkt-de - diese Schreibweise bitte manuell übertragen. Wir wehren uns so gegen spambots).
Für uns ist folgendes wichtig: mit dieser Studie dokumentiert ein neutraler Marktteilnehmer, dass die heute überwiegend eingesetzte DSL-Technik am Ende ihres Lebenszyklus' angelangt ist. Gleichzeitig werden dort Geschäftsmodelle behandelt zur Finanzierung neuer Infrastrukturen, insbesondere open access. Insbesondere hier sehen wir noch erheblichen Diskussionsbedarf. Aber zumindest hat jemand in Deutschland diese Diskussion begonnen.
Bei der Behandlung von Geschäftsmodellen wird deutlich: die WestLB sieht (und da sind wir derselben Auffassung) insbesondere die Städte und Gemeinden als die eigentlichen Treiber bei der Modernisierung der TK-Infrastruktur. Die Gemeinden sind aktuell die Einzigen, die ein Interesse an moderner TK-Infrastruktur formulieren und begründen können. Die Versorgungsprobleme werden jeweils lokal konkrekt. Im Gewerbegebiet von Neuenxyz bekommt man ab einer bestimmten Hausnummer der Gavwxyzer Straße keine vernünftige Breitbandversorgung mehr. Von daher ist es für uns sehr klar: die Lösung wird dieses Mal "von unten" kommen, hoffentlich bald mit Hilfe "von oben".
Sonntag, 30. März 2008
Erste Schritte: Standardisierungsdiskussion zu FttH
Ziel der Diskussionen ist, die nötigen Standards, bzw. Empfehlungen zu beschreiben, um FttH in der letzten Netzebene zu realisieren. Aktuell ist die Diskussion konzentriert auf die Netzebene ab dem Anschlußpunkt Linientechnik im Gebäude.
Motiviert ist die Diskussion durch einen übergreifenden Konsens, dass das Bandbreitenwachstum ungebremst weiter geht und somit neue Infrastrukturen (FttH) erfordert. Andererseits verzögern aber viele ungelöste technische Fragen die Projekte und treiben damit die Kosten.
Die Arbeit in dieser Arbeitsgruppe ist erst am Anfang. Daher ist es für andere Institutionen und Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr einfach, sich zu beteiligen. Die Runde ist dafür auch sehr offen. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat: einfach Kontakt aufnehmen.
Freitag, 21. März 2008
Vielfache Bandbreite - Architekturdiskussion dringend nötig!
Was uns (in Deutschland) derzeit fehlt, ist eine vergleichbare Diskussion. Wir müssen darüber diskutiert, welche architektonischen Konsequenzen zu ziehen sind. Fragen, die u.E. dringend behandelt werden müssten (unsortiert):
- sind Funknetze wirklich die Lösung des Breitband-Problems - oder nicht doch des Mobilitätsproblems? Müssen wir nicht neue Festnetz-Infrastrukturen bauen?
- ist das IP-Protokoll noch adäquat? Oder müssen wir eine Weiterentwicklung anstossen, die heute fehlende Eigenschaften (z.B. Identitätszusicherung zwischen Absender und Empfänger) realisiert - zumindest für die Anwendungsbereiche (z.B. eGovernment oder eHealth), die für ihr Funktionieren darauf angewiesen sind? Oder wie stellen wir sicher, dass der Bürger weiß, dass ihm die Behörde schreibt und umgekehrt ("ladungsfähiges Internet")? Wie stellen wir sicher, dass das Arztgeheimnis auch bei einer Fernbetreuung über das Internet sichergestellt wird?
- Wie lange reicht die Kupfer-Doppelader-Infrastruktur (realisiert in den 50er und 60er Jahren), die zwar im europäischen Vergleich immer wieder für ihre Qualität gelobt wird, aber heute in den ländlichen Gegenden bereits verhindert, dass dort Breitband angeboten werden kann? Wie sieht es für die Koax-Infrastruktur (gebaut in den 80ern) aus?
- Welche Ziele verfolgen wir im internationalen Standort-Wettbewerb? Will Deutschland bei der "Renovierung" des Internet mitmachen?
- Wie stellt man einen immer verfügbaren Notruf sicher, wenn man die Daten dafür mittels Koax oder Glasfaser überträgt, statt mit der Kupfer-Doppelader, die auch 48 V Gleichstrom liefern kann für gute alte Telefonie?
- Wer soll das bezahlen?
- Wieviel darf es kosten?
Wir haben aktuell das Gefühl, dass das Thema getreu dem Motto "ist's Silvester hell und klar, wird es morgen dann Neujahr" behandelt wird. Fehlt der Feind? Zumindest sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass alleine in den USA 400 Mio. $ für das clean slate Programm (s.o.) investiert werden. Parallele zum letzten Post: Frankreich investiert in Infrastruktur, USA in grundlegende Architektur, Deutschland Fehlanzeige!
Donnerstag, 20. März 2008
Motivation
Dabei sammeln sich viele Informationen, die wir gerne mit Anderen teilen wollen, seien es Glasfaser-Projekte, Betroffene und Mandatsträger in den Gemeinden oder an Telekommunikation Interessierte.
Wir freuen uns über jede Rückmeldung, die Inhalt und Darstellung verbessert!
Wir beschäftigen uns überwiegend mit Glasfaser-Projekten, dabei schwerpunktmäßig mit "Fiber to the Home" (FttH), aber auch anderen verwandten Themen. Bei der Entwicklung der nötigen Businesspläne haben wir viel gelernt. Wir lernen dazu über Recht, Technik, Planung, Produkte etc. Dieses wollen teilen - soweit möglich.
Wir haben aber auch viele Fragen. Auch die wollen wir veröffentlichen und die Ergebnisse wiederum hier veröffentlichen. Wir hoffen auf eine angeregte Diskussion.