aufgrund von Fragen ergänzen wir unser letztes Posting um einige Zahlen, Daten, Fakten...
Frage: Warum denn GPON?
Antwort: GPON war kostengünstiger (ca. 15% - je nach getroffenen Annahmen auch mehr) und es handelt sich in Sasbachwalden zu fast 100% um Privatkunden oder SoHo-Kunden. Wir waren der Ansicht, dass wir die wenigen Geschäftskunden ggf. dediziert auf den Ethernet-Switch „packen“, der als Open Access Demarkationslinie dient. Zum Hintergrund: Im Vergleich mussten wir in Sasbachwalden sehr lange Strecken zur Vernetzung der einzelnen Ortsteile überwinden, der Boden enthält viel Fels, die Lagen sind sehr steil tlw. (Schwarzwald). Wir überwinden auf ca. 10 km Länge knapp 800 Höhenmeter (tiefster Punkt bei 170m, höchster bei ca. 900m). Daher haben wir uns für PON entscheiden und durch outside splitting die Kosten (im Vergleich zu P2P) entsprechend senken können, denn die Kosten sind im Vergleich bereits sehr hoch je Gebäude (siehe auch nächste Frage).
Frage: Was waren die Kosten pro Haushalt?
Antwort: das Gesamtprojekt hat 3,4 Mio. gekostet (inkl. Nebenkosten), d.h. also 2.720 € / Haushalt oder 5.862 € / Gebäude, bzw. Abschlusspunkt (es wurden außer "normalen" Gebäuden z.B. auch Druckminderungsschächte und Hochbehälter der Wasserversorgung erschlossen). Das Land Baden-Württemberg hat das Projekt mit 1,5 Mio. € gefördert. Ohne die Förderung wäre das Projekt sicher nicht zustande gekommen. Das Land war hier u.E. auch sehr mutig, insbesondere der/die zuständigen Mitarbeiter im Ministerium für den Ländlichen Raum.
Frage: Warum ist der Unterschied zwischen Download und Upload so groß?
Antwort: Grund ist die Preispolitik des Betreibers. Es gab zum Start sehr große Beschwerden über zu hohe Produktpreise, daher wurden 1.) TV heraus genommen und 2.) die Upload-Bandbreiten gesenkt – so war eine Kostensenkungen (durch Wahl eines anderen Vorleisters) möglich. Derzeit reichen die Bandbreiten (das zeigen unsere Messungen) vollkommen aus.
Antwort: TV als Zusatzprodukt (realisiert als RF-Overlay) steht kurz vor dem Test. Die Realisierung hängt letztlich von der Anzahl der Anmeldungen / Kunden ab – siehe auch obige Frage/Antwort.
(Vorweg genommene) Frage: kommt Open Access?
Antwort: in den letzten Monaten wurden mehrere Gespräche mit größeren Betreibern geführt. Hauptproblem ist die Differenz in den jeweiligen Preisvorstellungen bzw. die Unmöglichkeit, im Rahmen von OA Fremdprodukte zuzukaufen. Wir sehen den deutschen Markt derzeit so: fast alle Diensteanbieter können Open Access nicht. Außerdem sind die Preisvorstellungen noch zu weit auseinander. "Die Grossen" wollen möglichst wenig für einen Bitstromzugang (hier als Layer 2 mit VLAN-Tagging realisiert inkl. COS-Definitionen je Kunde und VLAN) bezahlen. Unserer Einschätzung vergleichen die Kaufleute diesen "neuen" Bitstromzugang mit dem alt bekannten BSA der DTAG auf Layer 3 ohne Qualitätsklassen. Das hier die Preisvorstellungen divergieren, erscheint zwar nachvollziehbar, aber unrealistisch. Wir arbeiten derzeit an mehreren Optionen quer durch Deutschland, Open Access kaufmännisch, technisch und prozessual (das u.E. meist unterschätzte Problem!!!) umzusetzen.
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