Freitag, 13. Februar 2009

Finnland – Breitband regional organisiert

Einige Grunddaten: auf 338.000 finnischen km² leben 5,2 Mio. Finnen (d.h. 15 Einw. / km²).

Aufgrund der hohen Mobilpenetration haben viele Finnen ihren alten Telefonanschluß abgemeldet (Dank Nokia :-). Derzeit nur noch ca. 20% Penetration f. POTS/ISDN – 80% Penetration f. Breitbanddienste.
Da die Wartungsaufwände f. d. alte Kupfernetz nicht mehr im Verhältnis zur Nutzung stehen, gibt es Überlegungen, dieses abzuschalten.
Teil der nationalen Politik ist, dass regionale Konzepte erarbeitet werden. Dieser Prozeß läuft: die 18 finnischen Regionen erarbeiten derzeit ihre jeweilige Breitband-Strategie – abgestimmt mit dem nationalen Regulierer.
Ein anderer Aspekt der nationalen TK-Strategie ist das Thema Breitband als Universaldienst:
  • Für 2010 ist geplant, 1 Mbps als Universal Service Obligation (USO) festzuschreiben – und zwar ohne Förderung.
  • Für 2015 wurde das Ziel gesetzt, 100 Mbps f. alle zu realisieren. Dabei ist für die „letzten“ 5% (~ 150.000 Haushalte) öffentliche Förderung geplant.

Das Konzept sieht eine Förderung ländlichen Infrastrukturen vor, in der die Infrastruktur gefördert wird in der Zuführung zu den Gebäuden bis zu den letzten zwei Kilometern. Diese letzten 2 km wiederum sind von der Förderung ausgeschlossen, da diese Entfernung als „üblich“ angesehen wird.
Dabei muß der jeweilige Betreiber 1/3 der Investition tragen, der Staat Finnland trägt ein weiteres 1/3 und die Gemeinden sowie EU tragen das letzte 1/3. Insgesamt geht man derzeit von 66 Mio. € an Fördermitteln aus. Die Förderung wird durch den Regulierer ausgezahlt und in ihrer Verwendung später auch kontrolliert.

Leerrohre sind dabei bereits heute Teil der öffentlichen Planung bei Straßen, Wasser/Abwasser und Strom. Außerdem wird zur Versorgung der dünn besiedelten Fläche an die Nutzung freiwerdender Funkfrequenzen für Wireless Broadband gedacht (so genannte „digitale Dividende“) zwischen 792 und 860 MHz.

In den ersten Regionen sind aufgrund der regionalen Konzepte erste FttH-Projekte im Gang.

Fazit aus unserer Sicht: hier scheint ein Kerngedanke die Förderung der zusätzlich zu überwindenden Distanz zwischen Central Office und Endkunde zu sein. Die geförderte Summe beläuft sich, wenn man die genannten Zahlen miteinander in Bezug setzt, auf 440,- € je geförderter Endkunden-Verbindung. In Unkenntnis der örtlichen Verhältnisse verbietet sich ein vorschneller Kommentar. Wenn einer unserer Leser weitere Hintergründe kennt: wir freuen uns über Mail!

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