Donnerstag, 12. Februar 2009

Singapur – nationale Netzbesitzgesellschaft baut flächendeckendes GF-Netz

Der Vortrag von Herrn Khoong, stv. Chef der singapurischen Infrastruktur- und Dienstentwicklungsgesellschaft, hat mich am meisten beeindruckt am gestrigen Tag.
Singapur sieht das Thema GF-Netz eindeutig im Kontext des globalen Standortwettbewerbs und verfolgt das Ziel, die weltweit wettbewerbsfähigste ICT-Industrie zu haben, deren Fortschritt die Transformation der anderen industriellen und Dienstleistungssektoren treibt.

Der Ansatz in Singapur ist eindeutig makroökonomisch begründet.

Grundkonzept ist auch hier Open Access, realisiert über strukturelle und operative Separierung. Eine NetCo baut und besitzt das Netz, eine OpCo betreibt es, Serviceproviders können darauf ihre Dienste anbieten.

Ende 2007 (11.12.07) wurde der Aufbau der sog. NetCo ausgeschrieben. Die Ausschreibung dafür lief mehr als fünf Monate (5.5.08) und wurde innerh. kurzer Zeit (26.9.08) entschieden. Die Ausschreibung gewann ein Konsortium aus folgenden Firmen: Axia (30%), Singtel (30 % - der ehem. Incumbent), SPH (25%) und SPT (15%). Die NetCo wurde dabei mit 750 Mio. S$ (~500 Mio. US$) gefördert.

Die OpCo, die das Netz später betreiben soll, wurde am 7.4.08 ausgeschrieben (bis zum 5.12.08). Die Vergabeentscheidung ist für dieses Quartal beplant. Dabei geht es um weitere 250 Mio. S$ (~170 Mio. US$).

Auf die Frage, was bei dem Projekt bisher das größte Hindernis war, sagte Herr Khoong, dass seiner Ansicht nach die Diskussionen mit dem ehem. Monopolisten SingTel über die Öffnung seiner Ducts, Schächte etc. die schwierigste Diskussion gewesen sei, da SingTel das ganze Vorhaben erst als feindlichen Akt angesehen habe. Erst nach langen Diskussioen (über ein Jahr) hätte ein Umdenken eingesetzt und SingTel habe sich letztlich (und dann sogar erfolgreich) an der Ausschreibung beteiligt.

Fazit für ihn: Leerrohrsysteme, Schächte und Verteilkästen seien „Kronjuwelen“. Dem ist nichts hinzu zufügen.

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