Freitag, 5. März 2010
Beitrag zur religiösen Debatte um Strom und P2p vs. P2MP
Grunddaten: ca. 3.500 Ports sind zu versorgen.
Entsprechend sind entweder 71 Catalyst mit 48 Ports zu betreiben oder ein komplett ausgebauter OLT mit 56 Ports, diese jeweils mit 1:64 gesplittet, zzgl. Eth-Aggregation.
Dabei ergibt sich für die Ethernet-Lösung ein Strombedarf von 876 kWh / Switch im Jahr. Bei einem Preis von 0,2 € je kWh ergeben sich somit Kosten von 12439,20 €. Für die Kühlung werden noch einmal 4453,23 € fällig (0,358 BTU angenmommen je 1Watt). Die Gesamtkosten betragen somit knapp 16.900 € p.a.
Für die GPON-Variante kommen wir bei der Annahme, dass ausser einem OLT noch ein Ethenet-Switch für Aggregation benötigt wird und für Kühlung auf insgesamt 26.280 kWh im Jahr und somit Gesamtkosten von 5.256 €.
Uns würde interessieren, ob sich in anderen Projekten dieses verhältnis bestätigt findet, oder ob wir ggf. einen Rechenfehler haben....
Wir freuen uns über Kommentare.
Montag, 25. Januar 2010
Infrastrukturatlas
Der Kommentar unserer Mitarbeiterin, die diese Arbeit derzeit im Projekt durchführt:
"Ja und nun? :-) Genauso habe ich mir das gedacht ...."da steht ein Baum auf der Wiese". Wollen wir mehr wissen? Mit welchem Aufwand?"
Wie erwartet: der Berg gebar ein Mäuschen ...
Wir hätten die Bäume halt gerne georeferenziert und eingemessen hinsichtlich Länge, Breite, Durchmesser inkl. Angabe der Obstfolgen etc. (um einen natürlich arg hinkenden Vergleich zu pflegen).
Samstag, 31. Oktober 2009
Breitbandförderung in Bayern - 2/3 aller Zuschüsse an DTAG
Sonntag, 27. September 2009
Glück und Glas, wie leicht bricht das ...
Gleich mehrere Vögel werden hier getötet / abgeschossen, wenn eine groß angelegte Mailingaktion für die Vermarktung von breitbandigen TK-Produkten eröffnet (und schließt) mit folgender Aussage: „Lieber DSL-Nutzer, auch wenn Sie aktuell mit DSL 6.000 oder sogar DSL 16.000 gut auskommen, wir sind uns doch darüber einig, dass diese Geschwindigkeiten bald überholt sind…“
„Na, jetzt aber los“, denkt der geneigte Media Markt Kunde, und sofort wird VDSL oder gar Glasfaser oder was auch immer eingekauft, am besten gleich im 10 kg-Paket frei Bordsteinkante.
Dies ist nur vordergründig lustig bzw. lustig gemeint: Diese Marktbearbeitung illustriert ein Dilemma, das über die dargestellte beredte inhaltliche und verbale Phantasielosigkeit weit hinausgeht und einen der wichtigsten Wachstumsmärkte lahmlegen könnte: den Markt für Breitbandige Telekommunikationsdienste, die letztlich den Glasfaser-Ausbau in Deutschland finanzieren müssen. Niemand hat offensichtlich das richtige Rezept oder den Mut (d.h. das entsprechende Marketingbudget), um neue Rezepte auszuprobieren und im Zweifel in den Biomüll zu geben.
Die alteingesessene Kupferfraktion versucht naturgemäß, die in der Vergangenheit erfolgreichen Strategien so lange zum Brunnen zu tragen, bis sie brechen: Marginale technologische Aufrüstung der alten Technologie, Wettbewerbsverhinderung (es sei denn, es gelingen Kooperationen zu Lasten der Kunden), sowie aktives Regulierungsmanagement. Im Marketing werden Preisschlachten geschlagen (wenn unvermeidlich), „weiche Faktoren“ optimiert (Image etc.), Wechselhürden aufgebaut etc.
Warum hören wir hier nichts über
- EU-Dienstleistungsverordnung für jeden Gewerbetreibenden im Lande
- Symmetrische Bandbreitenanforderungen für datenintensive Planungsbüros / Freiberufler
- Simultane Nutzung zahlreicher Anwendungen im privaten Haushalt
- Storage-Anforderungen aufgrund Basel 2, Manager-Haftung etc
- Online-Behördengänge als wichtigste Anwendung der nächsten 3 – 5 Jahre
- Standort- / Strukturpolitik der öffentlichen Hand
Oder wollen wir am Ende gar kein Glas? Denn: … siehe Überschrift …
Wir freuen uns über Rückmeldungen: kai | helmut (at) seim-partner (dot) de
... und täglich grüßt das Magenta-Tier
Strategie kann so einfach sein: wenn ich etwas habe, das andere benötigen, dann behalte ich das so lange für mich, wie es irgend geht.
Genauso verhält sich die Deutsche Telekom, wenn es um Informationen geht, die von den übrigen Marktteilnehmern und der öffentlichen Hand gebraucht werden, um endlich Breitband auf´s Land bringen zu können.
Es ist offensichtlich, dass jeder, der Produktionsfaktoren kombinieren will, eine harte „make or buy“ Entscheidung zu treffen hat. Im Falle Infrastruktur heißt die entscheidende Frage: „wo muss ich tatsächlich bauen und wo kann ich für welchen Preis auf bestehende Infrastrukturen zurückgreifen?“
Die öffentliche Hand darf keine Steuergelder verschleudern, indem sie parallel zu vorhandener Infrastruktur Leerrohre legt und ein privater Investor ist allein aus Wirtschaftlichkeitsgründen gezwungen, jede Möglichkeit zu nutzen, Verlegungskosten zu senken.
Alle sind z.B. auf die Kenntnis der Kabelverzweiger-Standorte und deren technischer Beschaffenheit (Dämpfungswerte etc.) angewiesen, sowie auf Informationen zu verfügbaren Glasfaserstrecken zur Erschließung der Kvz, um den Markt insgesamt zu entwickeln.
Telekom weiß das sehr wohl und verhindert derzeit in jedem uns bekannten Projekt mit allerlei Zinnober, dass relevante Informationen das Haus verlassen. Wobei ein Verhindern ja letztlich gar nicht möglich ist. Auch das weiß das Murmeltier. Aber: jeder Tag Verzögerung rettet strukturgegebene Monopolgewinne.
Gerade am Wochenanfang hatten wir eine typische Diskussion mit einem bedauernswertem Gesandten des Königshofs, der uns und die beteiligten Landkreisvertreter mit allerlei lustigem Gehabe und bunten Kaninchen auf PowerPoint verzauberte und darlegte, dass die Kvz-Informationen nur dann die geheiligten Hallen verlassen würden, wenn die Landkreise direkte (bezuschusste) Kooperationen mit Mamma Magenta eingehen würden.
Und wieder wird es so ausgehen wie immer: Nach diversen Eskalationsschreiben (die wir als Standardbriefe gerne weiteren Betroffenen zur Verfügung stellen) und Androhung juristischer Konsequenzen, mit Kopie an Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt, evtl. Bundesregierung, wird ausnahmsweise und ohne Anerkenntnis irgendeiner Verpflichtung, nur aufgrund gesellschaftlicher Verantwortung die DT die Informationen herausmurmeln…
Aber: KP2 verpufft, Wettbewerb stagniert, öffentliche Hand wird vorgeführt, Bürger schicken Briefe, da schneller als T-DSL (Deutschland Soll Leiden - oder besser: Deutschland Sucht Leitungen).
Und jetzt zur ernsteren juristischen Einschätzung dieser Vorgänge: u.E. streift diese Vorgehensweise immer haarscharf am Missbrauch der Wettbewerbsposition vorbei.
Dienstag, 8. September 2009
Gesetzlich verpflichtende Beschleunigung des Breitbandausbaus im Ländlichen Raum initiiert durch Baden-Württemberg
Die Bundesratsinitiative enthält in ihrem Entschließungsantrag folgende Eckpunkte:
- Breitbandinfrastruktur umfasst leitungs- und funkgebundene TK, Leerrohre, freie Glasfasern an Verkehrswegen, Wegeführung der Energieversorgungsnetzen und Strommasten
- Kostenlose Bereitstellung in vektorisierter und geodifferenzierter Form nach Aufforderung durch Bundesnetzagentur
- Sicherstellung des Zugriffs auf die von BNetzA erstelltem Infrastrukturatlas durch die kommunalen Gebietskörperschaften und landes- und Bundesbehörden.
Das Land BW verfolgt unseres Erachtens mit dieser Initiative im Bundesrat einen guten Weg, weitere Reibungsverluste zu verhindern. Die gemeinsamen Ziele des Bundes, der Länder und Kommunen, den flächendeckenden Infrastrukturatlas mit wichtigen, notwendigen Planungsdaten zu füllen, werden mit diesem gesetzlich verpflichtenden Vorhaben maßgeblich besser erreichbar sein. Aus unseren konkreten Projekterfahrungen können wir nur bestätigen: ohne die Offenlegung von Infrastrukturinformationen ist eine fundierte Netzplanung nicht möglich. Und einige der Marktteilnehmer sind immer noch der Auffassung: "Wissen ist Macht".
Wenn sich jetzt die öffentliche Hand (und hier meinen wir in dem Fall insbesondere den Bund, und dort das BMWi) bewegt, um die offenen Haftungsfragen so zu regeln, dass die (u.E.) legitimen (!) Interessen der Netzbetreiber gewahrt bleiben, wäre ein großer Schritt getan!
Samstag, 4. Juli 2009
Flächendeckender Breitbandausbau in Deutschland - 25.6. Berlin
Herr Bürgermeister Doll aus Sasbachwalden hat eindrucksvoll von "seinem" Modellprojekt erzählt. Die Gemeinde wird (beginnend im Herbst) ein eigenes Glasfasernetz realisieren. Im Kernort soll insbesondere durch Verwendung von Abwasserkanälen möglichst "zerstörungsfrei" gebaut werden. Dazu muß man wissen: Sasbachwalden liegt am Westhang des Schwarzwaldes, der Boden ist also nicht nur steinig, sondern felsig (Bodenklasse 6 + 7). In den oberen Höhenlagen will man u.a. mit Freileitungen die dortigen Gebäude anschließen. Derzeit laufen die Planungen für das Projekt.
Herr Dr. Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU, hielt die Keynote. Bemerkenswert waren für uns die prägnanten Hinweise auf den internationalen Standortwettbewerb sowie auf die aktuelle Wirtschaftskrise. Herr Dr. Reck formulierte die These, dass Netze die Teilhabe in einer modernen Gesellschaft und Wirtschaft für Bürger und Unternehmen gewährleisten. Sie wirken aus seiner Sicht stabilisierend auf die Unternehmen, da sie es durch ihre Qualität und Zuverlässigkeit den Unternehmen erlauben, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Dem können wir aus unserer Projekterfahrung nur zustimmen: Unternehmen, die um Konnektivität, um Datenaustausch kämpfen müssen, haben (tlw. massive) Probleme bis zu Umsatzverlusten. Darum ziehen sie weg, wenn der Druck zu groß geworden ist. Aus Sicht von Dr. Reck gilt es, die digitale Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden. Gerade im ländlichen Raum fehle oftmals dieHochgeschwindigkeit. Gleichzeitig schrumpfe die Bevölkerung gerade in den peripheren Räumen, bedingt durch niedrige Geburtenraten und durch Landflucht, gerade der jungen und gut qualifizierten Menschen. Dem müsse dringend etwas entgegen gesetzt werden. Er zitierte eine OECD-Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass Breitbandtechnologie bis 2011 mit einem Drittel zum Produktivitätswachstum beitragen dürfte. Zum gleichen Ergebnis kam bereits 2006 eine Studie des BMWi (unsere Anmerkung dazu: zu politischem Handeln hat diese Erkenntnis aber bisher kaum gereicht).
In der Diskussion über Breitband wird ja oft darüber gestritten, ob Internet nun (auch) zur Daseinsvorsorge gehört oder nicht. Herr Dr. Reck hatte eine u.E. interessante und prägnante Antwort, ausgehend von einer Definition, die uns sehr gefallen hat (und gleichzeitig neu war): Lt. Dr. Reck wurde der Begriff der Daseinsvorsorge von Forsthoff geprägt: Daseinsvorsorge sind lt. Forsthoff Leistungen, auf die der Mensch in einer modernen Gesellschaft angewiesen ist, mit deren Erbringung der Einzelne aber überfordert sei. Diese Definition passt lt. Dr. Reck exakt auf die Gewährleistung einer flächendeckenden Internetversorgung.
Für Dr. Reck ist die Aufgabe, diese Daseinsvorsorge zu gewährleisten, am Besten bei den kommunalen Unternehmen aufgehoben. Auch wenn diese These rollenkonform vorgetragen sein mag: wenn man sich die aktuellen Entwicklungen in Deutschland anschaut (siehe z.B. unsere "Glaskarte D"), so muß mankonstatieren: Dr. Reck's These wird durch die Praxis bestätigt.
Er untermauerte seine These (kommunale Unternehmen als "geborene Internet-Versorger") mit mehreren Argumenten:
- kommunale Unternehmen müssen weniger auf Rentabilität achten als normale Telcos. Daher ist der tlw. unrentable Netzbau und -betrieb in der Fläche für sie ein geringeres Problem.
- kommunale Versorger können ihre Leitungsnetze kombinieren (konkret reden wir über Mitverlegung) und so die Kosten senken.
- komme das Thema "Smart Metering" auf die lokalen Versorger zu. Auch sieht er Synergien mit neuen Netzen.
Er sieht die VKU-Mitgliedsunternehmen als wichtige Akteure im Ausbau der Breitband-Infrastruktur Deutschlands (mit Verweis auf den neu gegründeten Bundesverband Glasfaseranschluss).
Zu den Vorträgen von Dr. Habbel (Dt. Städte- und Gemeindebund) und zu unseren Vorträgen mehr in einem späteren Posting.
