Samstag, 20. September 2008

WestLB: Möglichkeiten von GF-Netzen für Betreiber, Kunden, Konsumenten

Die Einstimmung ins Thema der Tagung erfolgt durch Herrn Langer, West-LB. Seine Argumente für zunehmenden Bandbreiten-Hunger:

  1. Peer2Peer
  2. Uplink
  3. HDTV wird billiger und sei schon im Haus (Kameras, Bildschirme, ...)
  4. 3D (Dreamworks produziert nur noch in 3D, Hologramme, ...)

Gleichzeitig wird der Content durch ISPs zunehmend zentralisiert (Serverfarmen, Cloud-Computing): Akamei, MS (Life Mesh), Amazon, Google (Apps), Apple (Mobile Me), Nokia (Ovi). Damit bauen sich an dem einen Ende des Netzes bereits neue Anwendungen auf -> treiben die Bandbreite weiter nach oben. An der Netzkante aber fehlt die Bandbreite. Die West-LB hat (siehe auch hier) bereits im Frühjahr eine Studie veröffentlicht, in der sie zum Ergebnis kommt, dass DSL am Ende des Lebenszyklus' angelangt ist und GF die zukünftige Netzentwicklung auch in Access-Netzen dominieren wird.

Probleme im Ausbau von Glasfaser sind aus Sicht der Bank:

  • GF-Ausbau erfordert Zeit
  • es fehlt Knowhow (~ Menschen die wissen, wie man spleisst etc.)
  • die hohen Investitionen (70:30 Baukosten : Netztechnik)
  • das niedrige Preisniveau und der Zwang, sich bei der Preispolitik an DSL und Kabel zu orientieren

Daher sei es wichtig, alle Möglichkeiten für Kostensenkung einerseits und neue Dienste andererseits zu nutzen, um den Businesscase attraktiv zu gestalten:

  • Smart-Metering (gemeinsam Hauszugänge schaffen)
  • Straßensanierung
  • Kanalsanierung
  • Gebäudesanierung

Bei der Technikauswahl müsse darauf geachtet werden, dass die passive Architektur auf eine Lebensdauer von 40 - 50 Jahren ausgelegt sei. Zu diesem Thema haben sich im Übrigen mehrere Referenten geäußert. Unter dem Strich kann man bilanzieren: wer etwas anderes als eine sogenannte "home run" Architektur realisiert, hat zumindest eine sehr hohe Hürde, um zu überzeugen.

Der letzte Punkt des Vortrages behandelte die Frage, wie man GF-Projekte bewertet. Klassische Bewertungsmethode ist die Ermittlung des Barwertes (engl.: Net Present Value ~ NPV) auf Basis der jeweils angenommen Penetrationsrate. Da aber Infrastrukturinvestitionen vom Wettbewerb nicht (oder nur sehr eingeschränkt) kopiert werden können (unser altes Motto: wer "nicht" gräbt, gewinnt), lohne sich der vergleichsweise höhere Kalkulationsaufwand, um die zus. Optionen ökonomisch zu bewerten:

  • mehr als TK-Umsätze
  • infrastrukturelle Vorteile (u.a. höhere Steuereinnahmen - an die Adresse der Kommunen gerichtet)
  • Zukunftssicherheit, z.B. durch zusätzliche Arbeitsplätze
  • die Anrechenbarkeit von Netzinvestitionen als "socially responsible investments"

Soweit wir es verstanden haben, handelt es sich bei der Realoptions-Bewertung um die "Technik", auf Basis einer NPV-Berechnung für die realen Optionen zusätzliche NPVs zu berechnen und diese in die Bewertung mit einzubeziehen und so ein Gefühl zu entwickeln, welche zusätzlichen

Der Vortrag schloß ab mit einem Hinweis auf den Entwurf einer neuen EU-Richtlinie zur Regulierung neuer GF-Infrastrukturen.

In der sich anschließenden Diskussion wurden u.a. die folgenden Aspekte diskutiert:

  • die Bereitschaft der "Großen", sich auf Open Access-Netze einzulassen? (Fazit der Diskussion: nur unter Zwang - siehe Niederlande)
  • Zweifel am großen Bandbreitenwachstum, da neue Codecs wie MPEG5 den Bedarf um das 100fache reduzieren würden.

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