Mittwoch, 18. Juni 2008

Tagung in Düsseldorf zur Breitbandversorgung

Am 12. Juni fand in Düsseldorf in den Rheinterrassen eine Tagung zum Thema "Breitbandversorgung in NRW - Standortqualität für ländliche Regionen" statt, organisiert durch Prof. Monse.

Der Vortrag zum Thema "Breitband als Wirtschaftsfaktor für den Hochsauerlandkreis" behandelte ein Vorhaben für 5-6 Städte mit 63.000 Einwohnern, nur in unversorgte Gebiete, in denen ein Mix aus Wimax und Richtfunk, genannt "kabelloses DSL", realisiert wurde. Der Betrieb des Netzes ist privat organisiert gegen Miete ( fest und variabler Bestandteil ), Partner ist die Innifactory in Lennestadt (DSL onair). Zu Anfang gab es einen starken Wettbewerb durch vorhandene Anbieter (Telekom, Unitymedia und Versatel), deren Konzepte jedoch unzureichend erschienen. Das Netz befindet sich im Moment noch im Aufbau, soll langfristig aber in Richtung Glasfasernetz (!) ausrichtet werden, auch aus ökologischen Gründen: geringerer Stromverbrauch für GF Netze.

Ein weiteres interessantes Thema war die Vorstellung des Projekthandbuches und der Ergebnisse dazu der FH Südwestfalen – Standort Meschede: Prof. Dr. Stephan Breide.
Ziel war ein ROI innerhalb von 5 Jahre, geprüft von PWC, rechtlich abgesichert durch die Uni Münster.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt waren Breitbandperspektiven für Städte, Gemeinden und Regionen aus Sicht von Magenta T. T sucht Unterstützung der Gemeinden durch etwas, was wir Vertriebspartnerschaft nennen würden sowie durch Übernahme von Tiefbauaktivitäten (Paderborn), Mitverlegung von Leerrohren, Geld ... Da fällt uns nur zu ein: das kann jeder ....

Mit dem Aufbau von Outdoor-Technik verbundene Kosten laut Telekom:

  1. 1 km Glasfaser im Tiefbau bis zu 50 k€
  2. ohne Tiefbau 20 k€
  3. 1 km Glasfaser 3 k€
  4. outdoor DSLAM 4 k€
  5. + Personalkosten

Zu den Kostenblöcken nur soviel: einige der Werte sind bekannt, andere nur nachvollziehbar, wenn wir unterstellen, dass aDSL-Technik realisiert wird und nicht VDSL. Da frage wir uns, warum nicht diese Technik verbaut wird, wenn man schon das viele Geld für die Erschließung der Kabelverzweiger (KVz) in die Hand nimmt - unabhängig davon, dass unseres Erachtens operativ FttH sich weit besser rechnet, als eine Mischung von GF zum KVz und Outdoor-DSLAM.

T wünscht dringend Änderungen der Regulierung, damit Investitionen Sinn machen. Eine für uns seit langem bekannte Forderung. Diese Sicht teilen wir nicht (Rollenimmanenter Interessengegensatz :-)! Wir verstehen diese Forderung als die Suche nach Möglichkeiten, Wettbewerb zu erschweren. Ohne Einsatz von Moral: die Forderung aufstellen ist legitim, wir hoffen, dass sie nicht erfüllt wird (und tun das unsere dazu).

Ein weiterer Punkt der Tagung war die Vorstellung eines grenzübergreifenden Projektes: "Breitband ohne Grenzen – NRW/NL NDIX bv". Mehr als 90% der Dienste des Netzes sind nicht Internet - das beeindruckt uns - wir würden gerne mehr über die Details und Dienste lernen. Das GF Netz ist offen und sucht immer nach neuen Anwendungen, Gesellschafter sind Uni Twente – 25%, die Wirtschaftsförderung Oost NL – 25% und die Stadt Münster – 50%.
Das Netz ist eine Non-Profit Organisation und gibt Überschüsse in Form von Preissenkungen an die Nutzer weiter. Zur Zeit bieten mehr als 20 Service Provider auf dem Netz ihre Dienste an. Weiterer Ausbau in ? Borken etc …

Fazit aus unserer Sicht: auch in NRW ist bereits einiges in Bewegung gekommen, noch viel Funk, aber auch die Vision, bzw.langfristige Zielsetzung, in näherer Zukunft glasfaserbasierte Netze zu realisieren um den Bandbreitenbedarf decken zu können.

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